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Olympia 2018 : Neuer Doping-Verdacht gegen Sportler aus Russland

  • Aktualisiert am

Alexander Kruschelnizki (rechts, daneben seine Curling-Partnerin Anastasia Bryzgalowa) steht unter Doping-Verdacht. Bild: EPA

Wegen des Skandals von Sotschi starten die russischen Sportler bei Olympia unter neutraler Flagge. Nun gibt es einen Doping-Verdacht gegen einen Medaillengewinner im Curling – aus Russland.

          Der russische Olympia-Curler Alexander Kruschelnizki soll unter Dopingverdacht stehen. In der A-Probe des russischen Bronzemedaillen-Gewinners im neuen Mixed-Wettbewerb seien Spuren der verbotenen Substanz Meldonium gefunden worden. Das meldete die russische Zeitung „Sport Express“ am Sonntag. „Ich weiß von nichts“, wurde Kruschelnizki von dem Blatt zitiert. Ein Sprecher des der „Olympischen Athleten aus Russland“ räumte russischen Medien gegenüber einen möglichen Dopingfall ein.

          Das IOC bestätigte den Verdacht indirekt. Ein Sprecher teilte mit: „Auf der einen Seite ist es sehr enttäuschend, wenn möglicherweise verbotene Substanzen genutzt werden, auf der anderen Seite zeigt es die Effektivität des Anti-Doping-Systems bei den Spielen, das die Rechte der sauberen Athleten schützt.“ Ein Sprecher des Curling-Weltverbands sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir prüfen diese Sache.“ Die B-Probe von Kruschelnizki soll an diesem Montag geöffnet werden. Für Dopingkontrollen und eventuelle Sanktionierungen ist bei den Spielen der Internationale Sportgerichtshof Cas zuständig.

          Wegen des Skandals um systematische Doping-Manipulationen bei den Winterspielen 2014 in Sotschi dürfen die russischen Athleten in Pyeongchang nur unter neutraler Flagge starten. Russlands Nationales Olympisches Komitee ist vom IOC derzeit suspendiert. Vor der Schlussfeier soll über ein Ende der Sanktionen entschieden werden. Das Einladungskomitee unter Leitung des früheren französischen Sportministers Valérie Fourneyron begutachtet, ob die Russen während der Spiele einen Verhaltenskodex befolgen.

          Meldonium war zumindest bis 2014 besonders in Russland häufig unter den für Doping genutzten Mitteln. Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hatte hohen Missbrauch der Substanz in verschiedenen Sportarten festgestellt und den Wirkstoff auf die seit 1. Januar 2016 gültige Liste der verbotenen Substanzen gesetzt. Sportler aus Russland gehören zu den am meisten getesteten Personen im Vorfeld der Spiele, hatte IOC-Medizindirektor Richard Budgett gesagt. Insgesamt seien von April 2017 bis 31. Januar 2018 rund 17.000 Tests vorgenommen worden. Während der Spiele sollen 2500 Blut- und Urintests durchgeführt werden.

          Alexander Kruschelnizki und seine Frau Anastassija Brysgalowa hatten sich im erstmals bei Olympischen Spielen ausgetragenen Mixed-Wettbewerb den dritten Platz gesichert. Sie waren am Donnerstag vor der Eröffnungsfeier die ersten Sportler, die als „Olympische Athleten aus Russland“ an einem Wettbewerb teilnahmen. Für den einzigen bislang bestätigten Dopingfall in Pyeongchang hatte der japanische Shorttracker Kei Saito gesorgt. Bei ihm wurde das Diuretikum Acetalozamid nachgewiesen.

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