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Südkorea gegen Nordkorea : „Wir laden die Prostituierten unseres Feindes ein“

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Nordkoreanische Symbole wurde bei der Einfahrt des Schiffs sogar angezündet. Bild: Reuters

Durch die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen sollte sich das Verhältnis in Korea wieder entspannen. Doch als ein Schiff aus dem Norden im Süden ankommt, eskaliert die Lage.

          Wütende Demonstranten haben eine Gruppe nordkoreanischer Künstler empfangen, die anlässlich der Olympischen Winterspiele nach Südkorea gereist ist. Hunderte Menschen versammelten sich am Dienstag am Hafen der südkoreanischen Stadt Donghae, wo das Schiff mit den 120 Künstlern aus dem Norden ankam, und machten ihrem Unmut über die Politik Nordkoreas Luft. Die Demonstranten trugen Plakate mit durchgestrichenen Gesichtern des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong un, einige zerknüllten die Plakate und zertraten sie auf dem Boden.

          „Wir befinden uns im Kriegszustand und wir laden die Prostituierten unseres Feindes ein“, erregte sich einer der Demonstranten. Die Protestierer skandierten auch „Wir sind gegen die Olympischen Spiele von Pjöngjang“. Sie werfen der nordkoreanischen Führung vor, die am Freitag beginnenden Winterspiele in Pyeongchang gekapert zu haben.

          Nordkorea hatte erst vor wenigen Wochen seine Teilnahme an den Winterspielen in Pyeongchang verkündet. Die Teilnahme gilt als wichtiges Zeichen der Entspannung im Verhältnis zwischen den beiden verfeindeten Staaten. Neben nordkoreanischen Athleten reisen auch offizielle Delegierte und Künstler nach Südkorea. Die am Dienstag in Donghae angekommene Truppe soll nach Angaben der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA vor der Eröffnungszeremonie der Winterspiele auftreten und am 11. Februar einen Auftritt in der Hauptstadt Seoul haben.

          Die Fähre „Mangyongbong 92“ legt ausnahmsweise in Südkorea an. Bilderstrecke

          Die Fähre „Mangyongbong 92“ soll während des Aufenthalts der 140 Mitglieder des Orchesters an der Küste auch als Unterkunft dienen. Die Regierung habe die Einfahrt als eine Ausnahme von den Sanktionen genehmigt, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Seoul hatte 2010 neben anderen Maßnahmen zur Reduzierung des Austausches beschlossen, dass keine Schiffe aus Nordkorea mehr in südkoreanischen Häfen anlegen dürfen. Hintergrund war der Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes, für den Seoul eine Torpedoattacke Nordkoreas verantwortlich gemacht hatte.

          Beide Staaten hatten sich zuletzt nach langer Funkstille angenähert. Die kommunistische Regierung in Pjöngjang hatte zugesagt, neben einer hohen Delegation, Athleten und einer Fangruppe auch Künstler und ein Taekwondo-Showteam zu den Winterspielen zu schicken. Die erste konkrete Einigung betraf den Auftritt des Samjiyon-Orchesters im kulturellen Rahmenprogramm von Olympia. Nach einem Auftritt in der Küstenstadt Gangneung soll ein weiteres Konzert am Sonntag in Seoul stattfinden.

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