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Olympische Winterspiele : Nordkorea macht die Musik

Das koreanische Einheitsteam beim Eishockeytraining. Bild: AP

Wenige Tage vor Beginn der Winterspiele in Südkorea sind noch viele Tickets zu haben, sogar für die Eröffnungsfeier. Am begehrtesten sind derweil Karten für das Varietéorchester aus dem Norden.

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          Es werden hier neue Märkte für die Wintersportindustrie erschlossen, das geht nicht ohne ein urdeutsches Produkt. „Hügel 1A“ steht über dem Torbogen einer Hoteleinfahrt im Pyeongchang-gun, dem Landkreis Pyeongchang oben im Taebaek-Gebirge. Hügel 1A, nur original mit Umlaut. Einen guten Kilometer weiter steht das Hauptquartier der Olympischen Winterspiele von Südkorea, das Alpensia Resort. In Europa, in den Alpen, am Geburtsort des Skitourismus und Olympischer Winterspiele, hat es seit 2006 keinen Ausrichter von Winterspielen gegeben, stattdessen Niederlagen bei den Vergaben, im besseren Fall. Aber vor allem Absagen geplanter Bewerbungen, weil Regierungen und Regierte keine Lust mehr hatten auf Olympia.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Aber auch Korea, auch Pyeongchang kann nicht ohne das Flair von Kuhglockengeklingel und Jagertee-Gemütlichkeit, das ist ein Exportschlager, global. Also haben sie die Alpen in Alpensia gleich in den Namen integriert und ein bisschen Alpenvorlandarchitektonik angedeutet. Die drei nackten, sehr nackten und sehr plastischen männlichen Torsi, die gegenüber vom Pressezentrum stehen, würden auf einem Allgäuer Marktplatz allerdings für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Hier laufen in den nächsten drei Wochen Augen aus aller Welt an ihnen vorbei. Auf der anderen Seite des Pressezentrums, das eigentlich das Tagungszentrum des Resorts ist, enden zwei Skipisten von überschaubarer Länge. Das Taebaek wirkt vielerorts wie ein deutsches Mittelgebirge, wie der Oberharz oder das Erzgebirge. Hügel statt Alpensia.

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