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Machtkampf mit dem IOC : Das Limit der Athleten

Olympische Spiele im Fokus: 2022 in China Bild: Reuters

Die deutsche Sportler-Vertretung glaubt, es brauche nur eine bessere Organisation, um etwa mit einem Streik Rechte von der olympischen Bewegung einzuklagen. Doch es fehlt noch etwas.

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          Die jüngste Veröffentlichung von Athleten Deutschland e. V. ist ein Dokument der Vielfalt – und der Ambition. Durch großzügige staatliche Finanzierung ist die Vertretung der deutschen Topathleten unabhängig. Damit und mit ihren profunden Stellungnahmen und Anregungen – Beispiel Zentrum für Safe Sport – nimmt sie eine herausragende Stellung ein in der Welt des Sports. Sie will aber mehr.

          In ihrem Papier vom Mittwoch wendet sich der Verein gegen Forderungen nach einem Boykott Olympischer Spiele, ohne dass man wüsste, wer diesen Boykott eigentlich fordert. Die Athleten räsonieren, dass dies ein hochwirksames Mittel sein könnte, würde er global und über Ländergrenzen hinweg organisiert – wäre er also etwas anderes als staatlich angeordnetes Fernbleiben aus politischen Gründen.

          Blieben die Athleten aus eigenem Interesse Arenen und Wettkämpfen fern, malen sich die Athletenvertreter aus, gäbe es keine schillernden Fernsehbilder, keine Rekorde und keine vermarktbaren Milliardenerlöse. Doch dies wäre kein Boykott, sondern ein Streik. Aber für so eine Attacke auf das Geschäftsmodell Olympias fehlt den Athleten die Solidarität. Sie seien nur deshalb (noch) nicht die mächtigste Gruppe in der Welt des Sports, beklagt Athleten Deutschland, weil ihre Selbstorganisation noch erheblicher Fortschritte bedürfe.

          Doch die theoretischen Überlegungen von einem Arbeitskampf in der Welt Olympias dürften den Praxistest nicht bestehen: Fährt die erste Reihe nicht zu den Wettbewerben, macht sich die zweite Reihe auf. Oder die dritte. Das Plädoyer der Athleten gegen einen Boykott ist in Wirklichkeit eine Klage: die, über das Mittel des Streiks als Waffe in ihrer Auseinandersetzung mit dem übermächtigen IOC nicht zu verfügen.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

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