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Skispringen : Der Schweizer Ammann schreibt Geschichte

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Der Überflieger: Simon Ammann Bild: AP

Der Schweizer Simon Ammann hat sein Gold-Double von 2002 wiederholt und ist als erster Skispringer viermal Olympiasieger in einem Einzelspringen geworden. Martin Schmitt und seine Teamkollegen landeten unsanft.

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          Er war 2002 der kleine Harry Potter des Skispringens - nun ist er der Größte in der olympischen Geschichte dieses Sports: Simon Ammann, der 29-jährige Schweizer, hat am Samstag beim Springen von der Großschanze seine vierte Einzel-Goldmedaille gewonnen - das hat vor ihm noch nie ein Springer geschafft; der Finne Matti Nykänen erzielte drei Einzelsiege und war einmal mit dem Team erfolgreich.

          Ammann springt derzeit in einer anderen Liga, mit einer Ruhe und Lockerheit wie kein anderer kam er auf 144 und 138 Meter und hatte schließlich mehr als 14 Punkte Vorsprung auf Adam Malysz aus Polen und Gregor Schlierenzauer, dem Österreicher. Die drei Springer bilden eine Klasse für sich: schon von der Normalschanze hatten sie in dieser Reihenfolge die Medaillen gewonnen.

          Rang sechs, seine beste Plazierung bei Olympischen Spielen, erreichte Michael Neumayer aus Berchtesgaden mit Weiten von zweimal 130 Metern - die drei anderen deutschen Skispringer stürzten regelrecht ab: Michael Uhrmann wurde 25., Andreas Wank 28. und Martin Schmitt landete auf Rang 30 - dem letzten im Finale. Die Hoffnungen auf eine Team-Medaille am Montag erhielten einen deutlichen Dämpfer, und es wird Bundestrainer Schuster Mühe kosten, seine Mannschaft aufzubauen.

          Die drei von der Olympiaschanze: Ammann (M.) mit Schlierenzauer (r.) und Malysz

          Eine Niederlage hatten die in diesem Winter als Mannschaft so überlegenen Österreicher schon am Freitag einstecken müssen - abseits der Schanze. Die Mannschaftsleitung der Österreicher hatte versucht, einen gebogenen Metallzapfen in der Ski-Bindung von Ammann verbieten zu lassen, mit dem sich Ammann einen Vorteil verschafft habe. Das kleine Metallteil ermöglicht es dem Schweizer, seine Ski plan auf die Luft zu legen, dadurch die Tagfläche zu vergrößern.

          Natürlich, so argumentierte der österreichische Cheftrainer Alex Pointner, läge ihnen in erster Linie die Sicherheit des Athleten am Herzen - „und es geht auch um Chancengleichheit und Fairness“, sagte er. Die Schweizer legten der Jury die Bindung vor, noch während die Qualifikation am Freitag lief, bekam Ammann die Gewissheit, dass er kein krummes Ding gedreht hatte - die Bindung entspricht den Regeln. Am Ende mussten die Österreicher einsehen, dass dieser Simon Ammann derzeit einfach der beste Skispringer der Welt ist.

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