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Skirennfahrerin Julia Mancuso : Ein Freigeist zum Biertrinken

  • -Aktualisiert am

Julia Mancuso hat bei Olympia schon mächtig Eindruck hinterlassen. Bild: AFP

Julia Mancuso bleibt auch bei Olympia gelassen. Das ist das Geheimnis der Amerikanerin, die nach Bronze in der Kombination sogar das Fehlen von Lindsey Vonn vergessen lässt.

          Die Olympischen Winterspiele in Sotschi haben gerade erst so richtig begonnen, der Preis für das beste Tänzchen auf dem Siegerpodest scheint jedoch schon jetzt vergeben. Jedenfalls gibt es seit Montag eine aussichtsreiche Kandidatin dafür. Sie kommt, das ist in dieser Preiskategorie keine große Überraschung, aus den Vereinigten Staaten, sie heißt Julia Mancuso.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Die Bronzemedaille, die die 29 Jahre alte Skirennfahrerin vor zwei Tagen in der Super-Kombination gewann, brachte sie ziemlich aus dem Häuschen – zum einen, weil sie so unerwartet kam, zum anderen, weil sie damit bis dato Unerreichtes schaffte: Julia Mancuso ist jetzt die erste amerikanischen Skirennläuferin, die bei drei Winterspielen in Serie eine Medaille gewonnen hat, und sie hat jetzt so viele olympische Medaillen gewonnen wie keine andere amerikanische Skirennläuferin, vier insgesamt. Außerdem ist sie jetzt noch eine der großen Favoritinnen auf Gold in der Spezialabfahrt an diesem Mittwoch.

          Der Zeitplan der Olympischen Winterspiele in Sotschi

          Geht es um Rekorde im amerikanischen Skirennsport, fiel einem bisher eher der Name Lindsey Vonn ein. Die Abfahrts-Olympiasiegerin 2010 kann in Sotschi wegen einer Knieverletzung nicht antreten, doch was die Zahl der Olympia-Medaillen angeht, war ihr Julia Mancuso schon vor den Spielen in Russland voraus. Mancuso gibt offen zu, dass ihr das schon einiges bedeutet. „Wenn man mit jemandem wie Lindsey aufwächst und Ski fährt, jemandem, der im Weltcup Unglaubliches geschafft hat und links und rechts Rekorde bricht, dann ist es schön, selbst auch einen Rekord aufstellen zu können“, sagt die Riesenslalom-Olympiasiegerin 2006. „Es ist eine Leistung, auf die ich wirklich stolz bin.“

          Schon als Jugendliche fuhr sie gegen Lindsey Vonn

          In den vergangenen Jahren war oft die Rede gewesen von der Rivalität zwischen ihr und Lindsey Vonn. Die beiden fuhren schon als Jugendliche gegeneinander, und bei den Spielen vor vier Jahren gerieten sie dann auch noch unfreiwillig aneinander, als Vonn im Riesenslalom direkt vor Mancuso gestartet war, unterwegs zu Fall kam und nicht rechtzeitig die Strecke verlassen konnte, obwohl Mancuso oben schon gestartet war. Mancuso wurde abgewinkt und wieder nach oben gefahren, sie durfte nochmal starten, doch das ganze Hin und Her kostete sie am Ende ihre Medaillenchancen. Heute sagt Julia Mancuso, ihre Beziehung zu Lindsey Vonn sei immer besser gewesen, als öffentlich dargestellt: „Falls es überhaupt was gab, war es reines Mädels-Zeug: Ich habe gesagt: ‚Ich bin so frei‘, sie hat dazu die Augen gerollt.“

          Julia Mancuso ist als Freigeist bekannt, ihre sportlichen Wurzeln liegen im Free-skiing, im freien Fahren im Gelände. Sie ist im kalifornischen Skiort Squaw Valley aufgewachsen, sie hat dort die verrückten Typen kennengelernt, die die Grenzen des Skifahrens immer weiter hinausgeschoben haben, die Freeski-Legende Shane McConkey etwa. Sie hat dort einen eigenen Blick auf die Skiszene gewonnen, und sie hat auch skitechnisch davon profitiert: 2010 überraschte sie beim Finale der Freeride World Tour in Verbier mit Platz drei. Ihr familiärer Hintergrund ist ebenfalls recht ungewöhnlich. Als sie fünf war, wurde ihr Vater Ciro wegen Drogenschmuggels im Wert von 140 Millionen Dollar verhaftet, über zehn Jahre hatte er mit einem Kompagnon sein eigenes Kartell aufgebaut. 1995 wurde er zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt, fünf Jahre später kam er frei.

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