https://www.faz.net/-g8b-15kls

Skilanglauf : Deutsche Frauen-Staffel gleitet zu Silber

Bild: ap

Im Team sind die deutschen Langläuferinnen Weltklasse. Nach dem Sieg im Teamsprint gewinnt die 4x5-Kilometer-Staffel Silber. Nur die Norwegerinnen waren zu schnell bei der deutschen Aufholjagd.

          Es war zum Schluss ein einsames Rennen für Marit Björgen. Der Konkurrenz aus dem Blick geraten, brachte die Norwegerin souverän das zu Ende, was ihre drei Staffelkolleginnen vorbereitet hatten, und nahm dafür erst die norwegische Flagge und dann ihr drittes Gold bei diesen Olympischen Spielen in Empfang. Ein Favoritensieg in der 4 x 5-Kilometer-Staffel. Aber 24,6 Sekunden hinter der norwegischen Frontfrau sprintete schon Claudia Nystad nach einer taktisch klugen Aufholjagd über die Ziellinie und sorgte bei ihren drei Kolleginnen damit für schiere Begeisterung. Finnland, immerhin der Weltmeister 2009 von Liberec, erkämpfte mit Bronze die erste Langlauf-Medaille in Whistler überhaupt. Die deutsche Equipe aber hatte das Maximum aus ihren Möglichkeiten gemacht. „Wahnsinn, wir hatten nicht wirklich mit einer Medaille gerechnet“, sagte Evi Sachenbacher-Stehle. „Eine starke Leistung“, befand Bundestrainer Jochen Behle dagegen eher nüchtern.

          Behle hatte das Quartett von Liberec in die Spur geschickt. Jene vier also, die bei der WM vor einem Jahr in Tschechien ebenfalls die Silbermedaille gewonnen hatten. Mit der Katrin Zeller, mit Teamsprint-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle in der Abteilung klassisch, mit der Biathlon-Langläuferin Miriam Gössner und mit Claudia Nystad, der anderen Hälfte des Gold-Duos im Teamsprint , in der Abteilung Skating.

          Katrin Zeller hatte den Auftrag, sich nicht abschütteln zu lassen, und sie war dann auch dabei, als sich vorne ein Quintett absetzte. Nur die Schlussattacke von Schweden und Norwegen war ein klein wenig zu schnell für die 30 Jahre alte Langläuferin. Trotzdem betrug der Rückstand beim Wechsel auf Evi Sachenbacher-Stehle nur 6,6 Sekunden. „Sie hat ihren Auftrag absolut erfüllt“, sagte Behle, „über die paar Sekunden brauchen wir nicht zu reden.“

          Schlussläuferin Claudia Nystad bringt das deutsche Silber ins Ziel

          Über Evi Sachenbacher-Stehle aber musste man schon ein paar Worte verlieren. Es sah zunächst schon so aus, als nehme sie den Goldschwung aus dem Teamsprint mit auf die zweiten fünf Kilometer. Schweden verabschiedete sich schnell aus dem Führungszirkel, dafür gesellten sich Italien und Polen zur Spitzengruppe. Es war der Antritt der polnischen Weltcup-Spitzenreiterin Justyna Kowalczyk, der das Quartett sprengte, und die Leidtragende dieser enormen Tempoverschärfung war Evi Sachenbacher-Stehle, die mit jedem Schritt langsamer zu werden schien. „Ich war so platt am letzten Anstieg“, sagte sie hinterher.

          Starke Gössner führt Deutschland nach vorne

          Aber da konnte sie schon wieder lachen. Beim Wechsel auf Miriam Gössner als Sechste war der Rückstand zur Spitze auf 28,7 Sekunden gewachsen. Was Behle nicht kritisieren mochte. „Die Kowalczyk hat ein sensationelles Rennen gemacht, und Evi hat probiert dranzubleiben. Und der Rückstand war noch im Rahmen.“ Weil ja noch Miriam Gössner auf ihren Einsatz wartete. Sie hatte den Vorteil, noch frisch zu sein, denn sie hatte nur das 10-Kilometer-Einzelrennen in den Beinen. Und die zierliche, erst 19 Jahre alte Aushilfskraft versuchte sich an die Schwedin Charlotte Kalla dranzuhängen, die im Olympic Park schon Gold und Silber gewonnen hat. Im Finale ließ sie die Olympiasiegerin sogar kurzerhand stehen. Das imponierte Behle nun wirklich. „Die Miri hat die Staffel mit einer absoluten Weltklasseleistung zurückgebracht.“

          So wie schon bei der WM in Liberec. „Die kennt ja gar nichts, die hat überhaupt keine Angst vor großen Namen wie Charlotte Kalla.“ Die Unerschrockenheit der jungen Bayerin ließ den Rückstand auf Norwegen und Italien auf 16,7 Sekunden schrumpfen. Rang vier - die Medaille war wieder in Reichweite.

          Und Schlussläuferin Claudia Nystad fand sich in einer Verfolgergruppe mit Schweden und Italien wieder. 800 Meter vor dem Ziel, früher als erwartet, packte die Frau aus Sachsen mit Wohnsitz Ramsau die Gelegenheit beim Schopfe und setzte sich ab. „Sie sollte eigentlich bis zum Schluss dranbleiben, aber das ist auch Ausdruck ihres Selbstbewusstseins“, sagte Behle. Mit ihrer exzellenten Technik ist die Raumgleiterin auf den letzten Metern ohnehin nur schwer aufzuhalten. „Das ist ihre Stärke“, sagte Behle. An diesem Tag war es der Schlusspunkt unter eine starke Teamleistung.

          Weitere Themen

          Fußballerin Rapinoe will nicht ins Weiße Haus Video-Seite öffnen

          Trump reagiert auf Twitter : Fußballerin Rapinoe will nicht ins Weiße Haus

          Die Co-Kapitänin der amerikanischen Fußballnationalmannschaft sagte, sie wolle nicht ins Weiße Haus, sollte sie nach der Weltmeisterschaft eingeladen werden. Das amerikanische Frauen-Team hat bisher jedes Spiel gewonnen und steht nun gegen die Gastgeberinnen aus Frankreich im Viertelfinale.

          Der Neymar-Poker wird immer heißer

          Fußball-Transferticker : Der Neymar-Poker wird immer heißer

          Barcelona bestätigt offiziellen Kontakt zu Brasiliens Star +++ Chelsea will Transfersperre umgehen +++ Neuer Konkurrent für ter Stegen +++ Neue für Frankfurt, Union und Augsburg +++ Alle Infos im Transferticker.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.