https://www.faz.net/-g8b-xti6

Ski alpin : Riesch wird zur Gold-Maria

  • Aktualisiert am

Silber, Bronze, wer braucht das schon? Bild: DPA

Maria Riesch hat ihre zweite Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewonnen. Im Slalom wurde sie ihrer Favoritenrolle gerecht. Riesch steht nun auf einer Stufe mit „Gold-Rosi“ Mittermaier und Katja Seizinger.

          2 Min.

          Maria Riesch sank jubelnd zu Boden und schrie ihr Glück heraus: Das „Golden Girl“ des deutschen Skisports hat sich beim Slalom am Whistler Mountain mit dem zweiten Olympiasieg zur alpinen Ski-Königin der Winterspiele von Vancouver gekrönt. Acht Tage nach ihrer Goldmedaille in der Super-Kombination fuhr die Weltmeisterin erneut ganz nach vorne und als erste Deutsche seit Katja Seizinger 1998 zu olympischem Doppel-Gold. „Ich kann nicht mehr sagen, als dass es ein purer Wahnsinn ist. Irgendwie fehlen mir die Worte“, sagte Maria Riesch im Überschwang der Gefühle. „Diese zweite Goldmedaille ist der Hammer. Ich wusste, dass ich das Rennen gewinnen kann, aber im Slalom kann ja so viel passieren. Ich habe versucht, den Gedanken an ein Scheitern zu verdrängen, und mich einfach nur auf meinen Lauf konzentriert.“ Die Partenkirchnerin ist die dritte deutsche Slalom-Olympiasiegerin nach „Gold-Rosi“ Mittermaier (1976) und Hilde Gerg (1988).

          Den möglichen „Sister Act“ im dichten Schneetreiben verpasste Rieschs jüngere Schwester Susanne nur knapp. Als Vierte des ersten Laufs hatte sie Bronze in Reichweite, als sie mit Zwischenbestzeit zwölf Tore vor dem Ziel einfädelte. Susanne Riesch saß weinend im Ziel, während Maria und mit ihr die Eltern Monika und Sigi zunächst jubelten. Danach bemühte sich die ganze Familie, die schluchzende „Susi“ zu trösten. „Wir haben beide geheult“, sagte die ältere Maria.

          Schon nach dem ersten Lauf in Führung, behielt Maria Riesch im Finale trotz schwierigster Bedingungen mit Schnee und weicher Piste die Nerven. Die drittbeste Laufzeit reichte ihr zum Sieg, überlegene 0,43 Sekunden lag sie vor Marlies Schild aus Österreich. Rang drei belegte Sarka Zahrobska aus Tschechien (1,01 Sekunden zurück). Die Olympia-Debütantin Christina Geiger (Oberstdorf/2,73) wurde 14., die Partenkirchnerin Fanny Chmelar schied im zweiten Durchgang aus.

          Zahl des Tages: zwei
          Zahl des Tages: zwei : Bild: REUTERS

          Krönung einer guten Saison

          Für die Alpinsparte des Deutschen Skiverbandes (DSV) war es bereits die dritte goldene Medaille, nachdem Vikitoria Rebensburg am Donnerstag überraschend den Riesenslalom gewonnen hatte (siehe: Olympische Winterspiele: Viktoria Rebensburg holt Gold im Riesenslalom), Maria Riesch ist zudem die dritte deutsche Doppel-Olympiasiegerin nach Katja Seizinger (1998 Abfahrt und Kombination) und Rosi Mittermaier (1976 Abfahrt und Slalom). In Nagano hatten die DSV-Damen durch Seizinger und Hilde Gerg ebenfalls dreimal Gold gewonnen - dazu kamen noch einmal Silber und zweimal Bronze.

          Für Maria Riesch ist es die Krönung einer guten Slalom-Saison. In vier der sieben Weltcup-Rennen stand sie auf dem Podium, zweimal war sie zudem Vierte. Trotzdem hatte sie vor dem Olympia-Rennen gesagt: „Die Spezialistinnen haben enorm aufgeholt, es wird verdammt schwierig, hier eine Medaille zu gewinnen.“ Doch Maria Riesch hatte alles im Griff und war zudem locker drauf: „Ich hatte schon eine Goldene in der Tasche, da ist es um einiges einfacher gegangen“, sagte sie.

          Vonn früh raus

          Derart beflügelt trotzte sie im ersten Lauf den schwierigen Bedingungen mit Regen und Schnee (“nicht meine Verhältnisse“) und zauberte einen Traumlauf auf den Dave Murray Course. „Ich musste angreifen, attackieren - denn nur mit Runterfahren war da nichts drin“, sagte sie. Und wie sie angriff: 0,40 Sekunden war sie schneller als Ex-Weltmeisterin Zahrobska, Schild lag bereits 0,65 Sekunden zurück, ihre Schwester Susanne als Vierte 0,71. Das war schon die halbe Miete.

          Abfahrts-Olympiasiegerin Lindsey Vonn scheiterte indes beim Versuch, ihre dritte Olympia-Medaille zu gewinnen, schon nach 18 Sekunden. Die Amerikanerin fädelte ein und schied aus. „Es hätte besser laufen können, aber ich bin sehr glücklich und zufrieden, denn ich habe eine Goldmedaille. Und dafür bin ich hergekommen“, sagte die Spitzenreiterin im Gesamtweltcup. Und in Szene setzen konnte sie sich trotzdem: Als erste Gratulantin der Doppel-Olympiasiegerin.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Clemens Fuest ist seit 2016 Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung.

          Wirtschaft nach Corona : „Die Löhne müssen steigen“

          Nach Corona sieht die Wirtschaft anders aus. Hier spricht der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, über knappe Fachkräfte, die steigende Inflation und kranke Kinder im Kindergarten.
          Stressreaktion? Ein Teil der Herde hat sich in einem Waldgebiet in der Nähe der südchinesischen Provinzhauptstadt Kunming zum Schlafen gelegt.

          Elefantenherde in China : Langer Marsch

          Die ungewöhnliche Wanderung einer Elefantenherde durch Süd-China hält das ganze Land in Atem. Was hat die Tiere so aufgeschreckt?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.