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Magdalena Neuner : „Es wird wohl noch heftiger“

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Olympiasiegerin Neuner: „Das war ein Kindheitstraum von mir” Bild: DPA

Magdalena Neuner, 23 Jahre, Harfespielerin, strickbegeistert, schafft nahezu alles im ersten Anlauf - auch den Olympiasieg. Sie bleibt dennoch die Ruhe selbst: Der deutsche Biathlon-Star über Titelträume, Mentaltraining und das nächste Rennen am Sonntag.

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          Magdalena Neuner aus Wallgau, 23 Jahre alt, Harfespielerin, strickbegeistert, schafft nahezu alles im ersten Anlauf. Bei ihrer ersten WM 2007 gewann sie gleich drei Titel, holte sich ein Jahr später als jüngste Biathletin den Gesamt-Weltcup – und die WM-Titel Nummer vier bis sechs. Jetzt, bei ihren ersten Olympischen Spielen, hat sie Silber im Sprint und dann Gold in der Verfolgung gewonnen. Und noch warten Massenstart (22 Uhr/ live in der ARD und FAZ.NET-Liveticker: Olympia 2010) und Staffel.

          Können Sie den Wert der Goldmedaille beschreiben?

          Das war ein Kindheitstraum von mir. Ich wollte das schon immer schaffen, Olympiasiegerin zu werden. Mit einem Olympiasieg geht man in die Geschichte ein und wird zur Legende. Es ist etwas ganz anderes als ein Weltmeistertitel.

          „Das mentale Training ist das letzte Quentchen zum Erfolg”

          Welche Gefahren stecken in der Medaille?

          Klar weiß ich, dass mit dieser Medaille ein Haufen Arbeit auf mich zukommt und viel Stress. Das hatte ich ja 2007 und 2008 schon, also weiß ich, was mich erwartet. Ich habe mittlerweile Erfahrung und die richtigen Leute, die hinter mir stehen. Deshalb sehe ich keine Gefahren.

          In Antholz, bei der Weltmeisterschaft 2007, hat die Lena-Manie angefangen (siehe:Biathlon-WM: Nachwuchsstar Magdalena Neuner siegt im Sprint). Nicht nur des sportlichen Erfolges wegen. Beim Fotografen-Termin an ihrem 20. Geburtstag knackte das Eis des Antholzer Sees gefährlich, so gewaltig war der Medienrummel. Und die Touristen drückten sich die Nasen an den Fensterscheiben des deutschen Mannschaftshotels platt, um ja einen Blick auf das Wunderkind zu werfen. Danach prasselte einiges auf die junge Wallgauerin ein. Termine, Termine, Termine. Aber auch Verträge, Verträge, Verträge – eine neue Dimension in der Vermarktung. Die erste Biathlon-Millionärin, heißt es. Und oft standen Touristen im Garten der Neuners, um mal eben mit „der Lena“ zu plaudern. Oft genug kam die Regeneration zu kurz.

          Was unterscheidet Sie von der Lena, die 2007 in Antholz für Furore gesorgt hat?

          Ich bin reifer und erwachsener geworden, es sind ja auch ein paar Jahre vergangen. Ich bin jetzt 23, ich habe Höhen und Tiefen hinter mir. Ich weiß mittlerweile, was ich will und was ich nicht will. Damals war alles ganz neu, und ich musste mich erstmal orientieren. Ich denke, dass ich auch unheimlich gewachsen bin an dem Ganzen.

          Sind Sie heute besser gerüstet für das Leben nach der Goldmedaille?

          Ich glaub’ schon. Damals wusste ich überhaupt nicht, was los ist. Und jetzt stelle ich mir einfach mal vor, dass es noch ein bisschen heftiger wird, als ich es erwarte. Das werde ich in den Griff kriegen.

          Welche Schlüsselerlebnisse waren für Ihre Entwicklung wichtig?

          Viele. Eigentlich haben sie alle ihren Wert, egal, ob sie gut oder schlecht waren. Es bringt einen weiter, wenn man auch mal Niederlagen einstecken muss. Die fünf Fehler in Antholz waren sicher auch wichtig für mich. Das war der Punkt, wo ich erkannt habe, dass ich auch etwas im mentalen Bereich machen muss. Oder die Krankheiten, aus denen ich die Lehre gezogen habe, dass ich weniger Stress haben muss. Ich habe aus allem etwas gelernt. Ich habe alles ausgeschöpft, damit es bei Olympia optimal läuft.

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