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Jake Burton, Snowboard-Erfinder : „Spaß haben - das ist alles, worum es geht“

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Es ist unglaublich, dass Shaun diese Möglichkeit hatte. Natürlich hatte er dadurch Vorteile, die andere Fahrer nicht hatten, aber er hat sich das verdient durch harte Arbeit und überragendes Talent. Ich kenne ihn, seit er ein kleines Kind war, und er verkörpert definitiv den Geist des Snowboardens, weil er bis heute mit größtem Spaß fährt.

Snowboarden ist eine Community, die sich sehr über jugendliche Werte und Klischees definiert. Aber auch Snowboarder werden älter. Muss sich das Snowboarden neu erfinden?

Snowboarden erfindet sich ständig neu, deshalb macht es so viel Spaß. Stilfragen, Trends und Marketingansätze wechseln Jahr für Jahr. Eines aber steht im Mittelpunkt: Es ist die Jugend, die Snowboarden antreibt. Was wir tun, ist, auf die Kids zu hören und auf die Profis, die jeden Tag in Parks und Pipes unterwegs sind, in deren Nähe sich ihre Eltern nicht einmal wagen. Solange wir das tun, wird Snowboarden frisch und jung bleiben.

Was sind die Wurzeln des Snowboardens?

Was sollten Snowboarder nie vergessen? Spaß haben - das ist alles, worum es geht.

Bedauern Sie eigentlich das Ende des alpinen Snowboardens in den Wintersportgebieten?

Nein. Das alpine Snowboarden war Teil der Entwicklung der Sportart, aber irgendwann haben die Kids diesen Stil nicht mehr gewollt. Deshalb haben wir die Produktion von alpinen Boards vor einem Jahrzehnt eingestellt.

Ist es eigentlich wahr, dass es in den Vereinigten Staaten noch immer Wintersportgebiete gibt, die keine Snowboarder auf ihre Pisten lassen?

Ja, das ist tatsächlich wahr. Es gibt noch drei Gebiete, zwei davon liegen auf staatlichem Grund, was die Sache noch unverständlicher macht, denn es sind auch die Steuern von Snowboardern, die diese Gebiete finanzieren.

Sie haben vor Jahren Amateurfilme prämiert, die Snowboarder in solchen Sperrgebieten aufgenommen haben. Hat die Aktion etwas bewirkt?

Dass Snowboarder Zugang zu allen Wintersportgebieten bekommen, war von Anfang an meine persönliche Mission. 2007 haben wir eine Kampagne gestartet, in der wir die Leute dazu aufgefordert haben, uns Videos zu schicken, die zeigen, wie sie in einem der damals vier Sperrgebiete zu Fuß hinaufgehen und mit dem Board hinunterfahren. Die Reaktionen waren gewaltig. Tao, eines der Gebiete, entschied nach ein paar Wochen, dass es an der Zeit sei, sich für Snowboarder zu öffnen. Jetzt haben wir noch drei Gebiete, die es zu überzeugen gilt.

Kevin Pearce, einer der Stars aus Ihrem Team, hat beim Training eines sogenannten Doublecork schwere Kopf- und Hirnverletzungen erlitten. Was halten Sie von den neuen Tricks? Sind sie zu gefährlich?

Ist Halfpipe-Snowboarden auf dem Weg zu einer Stuntshow? Ich befürworte die Weiterentwicklung des Wettkampf-Snowboardens, weil es das ist, was die Fahrer wollen. Sie wollen nicht auf neue Tricks verzichten, nur weil diese ein Risiko beinhalten. Die meisten Profis glauben, dass Kevins Unfall ein absolut unglücklicher Einzelfall war. In der Regel übt man einen Trick, stürzt und fährt wohlbehalten weiter. Aber manchmal passieren eben auch unvorhersehbare Unfälle - im Snowboarden wie im Leben generell. Wir alle hoffen, dass Kevin so bald wie möglich wieder gesund wird.

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