https://www.faz.net/-g8b-15m06

Im Gespräch: Olympiasiegerin Rebensburg : „Seizinger war mein Idol“

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Viktoria Rebensburg ist die Sensationssiegerin im olympischen Riesenslalom der Frauen. Im Interview spricht die 20 Jahre alte Deutsche über ihr Vorbild, den richtigen Moment zum Siegen und einen Titel fürs Leben.

          Viktoria Rebensburg ist Olympiasiegerin im Riesenslalom. Als zweitjüngste deutsche Alpin-Dame aller Zeiten holte die 20-Jährige Gold (siehe: Olympische Winterspiele: Viktoria Rebensburg holt Gold im Riesenslalom). Die dreimalige Junioren-Weltmeisterin gewann am Donnerstag vor Tina Maze (Slowenien) und Elisabeth Görgl (Österreich).

          Deutschland hat mit zwei Goldmedaillen die meisten bei den Alpin-Damen. Haben Sie die Medaillenzählerei verfolgt?

          Ich hatte da einen Blick drauf. Aber, dass es so kommt, habe ich nicht erwartet. Ich habe eine Medaille erhofft, aber nicht Gold. Aber es ist passiert. Es ist cool. Es ist fantastisch.

          Rebensburg obenauf: „Das habe ich nie erwartet”

          Haben Sie die großen Skirennfahrerinnen der 90er, wie Katja Seizinger, inspiriert?

          Ja. Das war so. Seizinger war mein Idol. Sie hatte so viele Erfolge und Goldmedaillen. Ich habe immer zu ihr aufgeschaut.

          Wie ist die Goldmedaille im Vergleich zu ihren Titeln bei Junioren-Weltmeisterschaften?

          Das kann man gar nicht vergleichen. Ich habe eine Goldmedaille bei Olympia gewonnen. Das habe ich nie erwartet. Das ist das Höchste, was man erreichen kann.

          Sie haben kein Rennen im Weltcup gewonnen und jetzt sind Sie Olympiasiegerin...

          Das stimmt. Ich habe noch kein Rennen gewonnen, aber ich habe schon vorher gewusst, dass ich es kann. In Cortina war ich das erste Mal auf dem Podium, obwohl ich ein paar Fehler gemacht habe. Eine super Sache, dass der Sieg jetzt bei Olympischen Spielen passiert ist. Es muss an so einem Tag wirklich alles zusammen passen. Dass es genau bei Olympischen Spielen passiert ist, ist natürlich Wahnsinn.

          Wie haben Sie die Verschiebung des zweiten Durchgangs von Mittwoch auf Donnerstag erlebt.

          Es war hart zu warten. Der Druck war höher. Ich habe gesagt, bleib cool und ruhig, fahr einfach den zweiten Lauf. Ich habe einfach versucht gut Ski zu fahren. Es war hart, aber im Endeffekt denke ich, dass es gut für mich war, denn ich habe gewonnen.

          Wie sind Sie mit dem Risiko des Angriffs umgegangen. Vollgas?

          Natürlich, sonst gewinnt man nichts. Ich habe schon ein paar Situationen gehabt, in denen es brenzlig war. Es war auf alle Fälle nicht leicht zu fahren. Am Ende war ich in der Lage zu beschleunigen.

          Und wie war es, als Sie als Führende im Ziel standen und noch fünf Fahrerinnen oben standen?

          Schrecklich.

          Ist es hilfreich eine Frontfrau wie Maria Riesch im Team zu haben?

          Sie ist die Nummer 1 in unserem Team. Das ist gut für uns. Ich bin ein bisschen jünger als sie, sie hat viel erreicht. Der Druck für uns ist dadurch nicht so hoch. Sie hat vor ein paar Tagen Gold gewonnen und jetzt habe ich dasselbe gemacht. Verrückt.

          Warum waren so viele junge Skirennfahrerinnen gut?

          Ich denke, wir fahren gut Ski. Wir können mit den Älteren mithalten, vor allem in den technischen Disziplinen. Im Speedbereich ist es härter, an der Spitze zu sein. Wir versuchen, uns alle zu verbessern und vielleicht denken wir weniger nach.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Fall Lübcke : Wie ein Bumerang

          In Wiesbaden und Berlin bestimmt der Fall Stephan E. die Tagesordnungen. Nicht nur die Frage nach dessen Bezügen zum NSU ist noch zu klären. Die Grünen beklagen eine „eklatante Analyseschwäche“ des Verfassungsschutzes.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.