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Biathlon : Deutsche enttäuschen am Tag der Norweger

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Enttäuscht: Michael Greis hatte nicht den besten Tag Bild: EPA

Nach dem olympischen Traumstart durch Magdalena Neuner haben die deutschen Biathleten am Donnerstag enttäuscht. Gut 36 Sekunden fehlten Kati Wilhelm im 15- Kilometer-Rennen als Vierte zum Bronze-Platz, die Männer verbuchten sogar den schlechtesten Auftakt seit zwölf Jahren.

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          Nach dem olympischen Traumstart durch Magdalena Neuner haben die deutschen Biathleten am Donnerstag enttäuscht. Gut 36 Sekunden fehlten Kati Wilhelm im 15- Kilometer-Rennen als Vierte zum Bronze-Platz, die Männer verbuchten sogar den schlechtesten Auftakt seit zwölf Jahren: Weder der dreimalige Turin-Olympiasieger Michael Greis noch seine drei Mitstreiter konnten in den Bergen von Whistler nach 20 Kilometern und vier Schießeinlagen die Podestplätze erklimmen. Greis war als Zehnter der beste Deutsche; Andreas Birnbacher landete auf dem 12., Alexander Wolf auf dem 24. und Christoph Stephan auf dem 29. Rang.

          Gut drei Stunden nach dem historischen Triumph von Tora Berger, die der Wintersport-Nation Norwegen die 100. Goldmedaille bescherte, schlug die große Stunde ihres Landsmanns Emil Hegle Svendsen. Der 24- Jährige gewann vor seinem Teamkollegen Ole Einar Björndalen, der sich Silber mit dem Weißrussen Sergej Nowikow teilt. „Das war grundsätzlich kein schlechtes Rennen. Für Olympia aber zu wenig“, gestand Greis, der ein bisschen kaputt gewesen sei. Bundestrainer Frank Ullrich gab nach der Pleite Durchhalteparolen aus: „Wir hätten heute schon sehr gerne eine Medaille haben können. Jetzt müssen wir im Massenstart und dann in der Staffel angreifen.“

          Neuner musste sich nach Gold (Verfolgung) und Silber (Sprint) im dritten Anlauf mit dem zehnten Platz begnügen. „Ich kann es verschmerzen. Vielleicht kann ich dann heute endlich einmal meine ersten Medaillen genießen“, sagte die 23-Jährige aus Wallgau. Bereits nach dem zweiten Schießen war nichts mehr zu holen, doch mit Gold in der Verfolgung und Silber im Sprint in der Tasche hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. Wilhelm war beste DSV-Athletin, Andrea Henkel wurde Sechste, Martina Beck enttäuschte als 29. „Vierte, das ist der undankbarste Platz überhaupt bei Olympia“, sagte Wilhelm.

          Schlecht gezielt: Magdalena Neuner traf dreimal nicht ins Schwarze

          „Die Medaille fehlt“

          Tora Berger holte das erste Frauen-Biathlon-Gold für Norwegen überhaupt. „Das waren die schönsten Tränen meines Lebens“, sagte die Skandinavierin. Silber ging überraschend an die Kasachin Jelena Chrustalewa, Bronze holte die Weißrussin Darja Domratschewa. Neuner landete in der Königs-Disziplin gerade noch unter den Top Ten. Bereits überwunden geglaubte Schwächen bei den ersten beiden Schießeinlagen kosteten die Wallgauerin eine bessere Platzierung. „Ich habe, glaube ich, ein bisschen gebraucht, um vom Kopf her in das Rennen reinzukommen. Der eine Ruhetag war ein bisschen zu wenig, schwuppdiwupps war schon wieder heute“, sagte Neuner. Auch Andrea Henkel blickte schon wieder nach vorn und hoffte, „dass es weiter aufwärtsgeht. Vielleicht geht es nochmal ein Stückchen vorwärts.“

          Wilhelm blieb zunächst fehlerfrei. Die dreifache Olympiasiegerin machte einen hervorragenden Eindruck, patzte beim zweiten Liegend- Schießen aber beim letzten Versuch. „Der verdammte letzte Schuss“, haderte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Und Wilhelm gab zu: „So ein Fehler darf mir mit meiner Erfahrung eigentlich nicht passieren. Trotzdem muss man bei Olympia auch erst einmal Vierte werden.“ „Es ist ein gutes Mannschaftsergebnis, aber die Medaille fehlt“, sagte Müssiggang. „Die hätten wir gerne gehabt. Lena hat am Anfang vielleicht etwas zu viel gewollt“, sagte Müssiggang. Damit lagen die erfolgsverwöhnten Deutschen nach insgesamt sechs Biathlon-Entscheidungen mit zwei Medaillen hinter den Ergebnissen der letzten Olympischen Spiele zurück.

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