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Rückkehr aus Vancouver : Rosen, Regen, Blasmusik

  • Aktualisiert am

Blau-weiß-kariertes Empfangskomitee für die Neuner Magdalena Bild: dpa

Die deutschen Olympia-Sportler sind bei ihrer Rückkehr aus Vancouver begeistert in München empfangen worden. Allerdings mussten die dreißig Cabriolets beim Korso zum Marienplatz geschlossen bleiben: es regnete.

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          Nicht Kaiser- sondern Regenwetter hat die deutsche Olympiamannschaft in München begrüßt. Erstmals seit vier Jahrzehnten wurde einem deutschen Olympiateam wieder ein großer Empfang bereitet, nicht zuletzt, um die Ambitionen der bayrischen Hauptstadt als Olympia-Bewerber um die Winterspiele 2018 zu untermauern. Angesichts der Witterung blieben die rund dreißig Cabriolets mit etwa der Hälfte der 153 Olympiateilnehmer an Bord aber weitgehend geschlossen auf der Fahrt über die Leopoldstraße am Siegestor vorbei zum Rathaus, wo sie Ministerpräsident Horst Seehofer willkommen hieß. Dort trugen sich die Aktiven ins Goldene Buch der Stadt ein.

          Die Zahl der unter Schirmen ausharrenden Besucher am Marienplatz war beachtlich. Solch ein Volksfest war man bislang nur an Fußball-Feiertagen des FC Bayern gewohnt. „Ich bin überwältigt. Das ist der absolute Hammer“, sagte Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch angesichts der vielen Fans. „In Vancouver hatten wir auch oft Regen“, sagte Olympia-Bewerbungschef Willy Bogner, „wir lassen uns die Laune nicht verderben“. Im Hinblick auf die Münchner Olympia-Bewerbung 2018 erklärte Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier: „München ist sportbegeistert, und gerade im Wintersport sind die Münchner verrückt. Ich glaube, dass die Spiele in München gut aufgehoben wären.“

          Vor allem Neuner im Blitzlicht-Gewitter

          Die deutschen Olympia-Sportler um Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner, Bob-Pilot André Lange und Eisschnellläuferin Stefanie Beckert waren zuvor schon auf dem Münchner Flughafen von etwa tausend Zaungästen erwartet worden. Sechs Blaskapellen, vier Trachtengruppen, mehr als hundert Reporter, Fotografen und Fernsehteams sowie Familien und Freunde ließen die Reisestrapazen für einen Moment vergessen. „Es war ein langer Flug, und nun dieser tolle Empfang. Einfach großartig“, sagte Lange.

          Blau-weiß-kariertes Empfangskomitee für die Neuner Magdalena Bilderstrecke

          Wie keine andere stand Magdalena Neuner im Blitzlicht-Gewitter der Fotografen. Ihr Fanclub aus Wallgau, wo am Freitag ein weiterer Empfang auf sie wartet, drückte der dreifachen Medaillengewinnerin einen Frühlingsstrauß in die Hand. „Man merkt erst, was es bedeutet, Olympiasieger zu sein, wenn man zu Hause empfangen wird. Das ist ein wichtiger Tag für die Athleten und für unsere Bewerbung“, sagte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Bach hatte sich während des fast elfstündigen Fluges mit einer kleinen Ansprache bei der Mannschaft bedankt, die bei den Winterspielen in Kanada insgesamt dreißig Medaillen gewonnen hatte. „Es ist ein Super-Gefühl, als Olympiasiegerin zurückzukommen“, sagte Evi Sachenbacher-Stehle, an der Seite von Claudia Nystad Erste im Team-Sprint.

          Für Riesch geht es gleich weiter nach Crans-Montana

          Am Münchner Siegestor warteten die doppelt mit Gold dekorierte Ski-Rennläuferin Maria Riesch und Riesenslalom-Olympiasieger Viktoria Rebensburg auf die Mannschaft. Beide waren bereits am Wochenende aus Vancouver in die Heimat zurückgekehrt. Für Maria Riesch ging es nach dem Empfang im Rathaus wieder zurück in den alpinen Ski-Zirkus. Ein Hubschrauber sollte sie nach Crans-Montana in die Schweiz fliegen, wo am Wochenende um Weltcup-Punkte gefahren wird.

          Bei der Ankunft des Lufthansa-Fluges LH 493 am Vormittag auf dem Frankfurter Flughafen war das Team mit roten Rosen empfangen worden. Neuner hatte im Cockpit der Maschine Platz genommen, als der Kapitän nach der Landung die deutsche Flagge hisste. Vor dem Weiterflug nach München mussten Neuner & Co. ihre Medaillen auspacken - das Edelmetall hatte beim Sicherheitscheck Piepser-Alarm ausgelöst.

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