https://www.faz.net/-gtl-15kte

Olympische Winterspiele : Rodler Kumaritaschwili stirbt nach Trainingsunfall

  • -Aktualisiert am

Kurz vor dem Ziel wurde Kumaritaschwili aus der Bahn geschleudert Bild: dpa

Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele gibt es einen Todesfall. Der Rennrodler Nodar Kumaritaschwili stürzte im Training und prallte gegen einen Eisenpfosten. Das Unglück bestärkt nun die Kritiker der extrem schnellen Bahn.

          1 Min.

          Der Rennrodler Nodar Kumaritaschwili ist am Freitag beim Training auf der Olympiabahn von Whistler tödlich verunglückt. Ein Augenzeuge berichtete der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der 21 Jahre alte Georgier sei nach einem Fahrfehler in der Zielkurve aus der Bahn geschleudert worden. Zuvor hatte er seinen Helm verloren.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Kumaritaschwili prallte gegen einen Eisenpfosten der Bahnüberdachung. Die Geschwindigkeit der Rodler beträgt an der Unfallstelle etwa 140 Kilometer pro Stunde. Der Rodler wurde zwar sofort reanimiert, starb aber im Krankenhaus. Das tragische Unglück bestärkt die Kritiker der auf Geschwindigkeitsrekorde getrimmten Bahn. Das Unfallrisiko ist wesentlich höher als in anderen Eiskanälen.

          Bei den Trainingsfahrten der Männer und Frauen stürzten bislang rund zwölf Athleten, darunter am Freitag auch der überragende italienische Rodler Armin Zöggeler. Wie die meisten anderen geriet Zöggeler aber in der heiklen Kurvenkombination 11/12/13 aus der Balance und kontrollierte seinen Sturz.

          „Man muss mit dem Rodel nicht 150 fahren

          Kumaritaschwili, rund drei Sekunden langsamer als die Schnellsten, verlor die Kontrolle in der Schlusskurve. Er wurde über eine Bande hinaus katapultiert, die nach der ersten Inspektion der Bahn um 30 Zentimeter erhöht worden war. Kunsteiskanäle sind in der Regel so gebaut, dass Athleten selbst bei groben Fahrfehlern immer in der Fahrspur bleiben. Deshalb findet man selbst unmittelbar neben den Bahnen keine Polsterungen oder Sicherheitszonen.

          Trotzdem sind solche tragischen Unglücke immer wieder vorgekommen. 2004 starb die Anfängerin Yvonne Cernota, nachdem sie mit ihrem Bob aus der Bahn am Königssee geschleudert worden war. „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht“, sagte der Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), Thomas Schwab, am Freitag: „Der Unfall ist furchtbar, aber man darf es sich bei der Beurteilung nicht zu einfach machen.“

          Schwab bleibt allerdings bei seiner Grundkritik: „Man muss mit dem Rodel nicht 150 fahren.“ Ob und wie die Wettbewerbe fortgesetzt werden, ist noch unklar. Zur Diskussion stehen eine Verlegung des Starts nach unten und die Montage von Schutzschilden aus Plexiglas an der Unfallstelle.

          Weitere Themen

          Meistertrainer wird Ko-Trainer

          Thomas Schaaf hilft Werder II : Meistertrainer wird Ko-Trainer

          Thomas Schaaf hat Werder Bremen zur Meisterschaft geführt und mehr als ein Jahrzehnt auch in der Champions League betreut. Nun hilft der 58-Jährige in der Not bei der U23 von Werder Bremen in der Regionalliga aus.

          Topmeldungen

          Bram Schot

          F.A.Z. Exklusiv : So spart Audi gegen die Krise

          Rund 15 Milliarden Euro sollen in den kommenden Jahren eingespart werden. Die Werke in Ingolstadt und Neckarsulm wird es wohl besonders hart treffen. Audi-Chef Schrot sagt, er habe aber auch klare Vorstellungen, wie die Beschäftigung gesichert werde.

          Annegret Kramp-Karrenbauer : Sie setzt alles auf eine Karte

          Sollte die Verteidigungsministerin einmal Kanzlerin sein, wird sie für den Mut gepriesen werden, den sie mit ihrem Syrien-Vorstoß beweist. Sollte sie es nicht werden, wird der Vorschlag ein Beispiel dafür sein, dass sie sich übernommen hat. Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.