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Architekt zu Olympia-Schanzen : „In China wurde ein Stück Erde umgedreht“

Gebaut, um abzuheben: der Blick auf das aus dem Boden gestampfte nordische Skisprungzentrum Bild: Reuters

Hans-Martin Renn hat weltweit 25 Skisprungschanzen konzipiert. Auch beim Bau der Olympia-Anlage war er gefragt. Im Interview spricht er über den Perfektionismus der Chinesen sowie einen Spagat.

          7 Min.

          Herr Renn, was erwartet die Teilnehmer bei Olympia speziell im Cluster der Nordischen Sportarten in Zhangjiakou?

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Ich war 2016 zum ersten Mal dort. Da habe ich eine karge Landschaft gesehen, 1700 Meter über dem Meeresspiegel. Die Höhenlage ist das Einzige, was in dem Gebiet gleich geblieben ist. Seinerzeit gab es noch einige Dörfer. Wobei es nicht solche Dörfer waren, wie wir sie in Mitteleuropa kennen: mit Dorfplatz, Kirche oder Wirtshaus. Die Menschen waren arm. Sie haben in Baracken und von der Hand in den Mund gelebt. Die meisten haben Landwirtschaft betrieben. Die chinesischen Organisatoren verbinden mit den Olympischen Spielen den Anspruch, exzellente Sportanlagen vorweisen zu können. Dort stand also kurz nach dem Zuschlag durch das IOC ein Kran neben dem nächsten. Und die Menschen wurden umgesiedelt. China will mit Olympia die Werbetrommel für sich rühren und scheut weder Kosten noch Mühen. So wurden Erlebnisorte konzipiert und aus dem Boden gestampft, die vollgestopft sind mit Hotels, alle mehr oder weniger am Alpin-Stil orientiert, so ähnlich, wie es zum Beispiel in Aspen und Val d’Isère ausschaut.

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