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Doping-Skandal in Russland : Schwedens Biathlon-Coach darf nicht zu Olympia

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„Ich habe geglaubt, die Russen ändern zu können“: Wolfgang Pichler (Bild von 2014 in Sotschi) Bild: dpa

Wolfgang Pichler gilt als Anti-Doping-Kämpfer. Es gab sogar Drohungen gegen ihn aus Russland. Trotzdem ließ er sich verpflichten und betreute das Team. Nun bekommt der Trainer die späte Rechnung dafür.

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          Biathlon-Trainer Wolfgang Pichler darf nicht zu Olympia, weil er bei den Winterspielen in Sotschi als Coach der Russinnen eine mutmaßliche Doping-Sünderin betreut hat. Der Erfolgstrainer aus Ruhpolding, seit 2015 wieder als Cheftrainer der schwedischen Skijäger tätig, werde wohl keine Akkreditierung für die Spiele im Februar in Pyeonchang bekommen, teilte der schwedische Verband mit. „Das ist natürlich schade für die Mannschaft und für Wolfgang.“

          Dabei ist Pichler alles andere als ein Doping-Trainer. Der 62 Jahre alte Bayer hat sich einen Namen als Anti-Doping-Kämpfer gemacht. Ehe er 2011 bei den Russen anheuerte, war er schon einmal bei den Schweden tätig. Magdalena Forsberg führte der Zollbeamte, der für seine Trainertätigkeit freigestellt ist, zwischen 1997 und 2002 zu sechs Gesamtweltcup-Siegen in Serie. Später prangerte er die Doping-Problematik an, es gab sogar Morddrohungen aus Russland gegen ihn. Trotzdem ließ er sich verpflichten. „Ich habe geglaubt, die Russen ändern zu können. Da war ich wohl etwas blauäugig“, erzählte Pichler immer wieder. „In meinem Vertrag stand sogar drin, dass die dopingfrei arbeiten müssen.“

          Schon vor Olympia 2014 war Pichler als Cheftrainer degradiert worden. In Sotschi dann wurde er, wie er sagt, „auch noch suspendiert. Da war ich nicht mehr Trainer“. Vom Staatsdoping habe er nichts mitgekommen. „Es ist das Problem, dass ich gar nichts weiß. Wenn das ein Westler gewusst hätte, dann wäre es ja aufgeflogen.“

          Trotzdem wird einer der erfolgreichsten Biathlon-Trainer der Welt von der Vergangenheit eingeholt. Seinen Schützling Olga Saizewa, der neben Olga Wiluchina und Jana Romanowa vom Internationalen Olympischen Komitee im Zuge der Doping-Ermittlungen lebenslang gesperrt worden war, verteidigt er trotzdem. „Sie hat in Belgien gelebt, und dann in der Schweiz“, sagte Pichler über die zweimalige Staffel-Olympiasiegerin. „Und die Trainingslager waren zu 90 Prozent in Mitteleuropa oder in Skandinavien. Sie ist dauernd von der Wada getestet worden. Und jetzt wirft man ihr vor, dass sie gedopt war. Da muss ich sagen: Das kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Warum hat man nie etwas gefunden?“

          Pichler wundert sich schon länger, warum kein Mitglied der Untersuchungskommissionen mit ihm gesprochen hat. „Niemand redet mit mir, weder IOC- noch Wada-Vertreter. Niemand hat mir Fragen gestellt oder die Möglichkeit gegeben, mich zu äußern.“ „Ich fühle mich total betrogen, ich kämpfe auch um meinen Namen“, sagte der Coach. Die Schweden wollen die Rote Karte gegen ihren Cheftrainer aus Deutschland ohne Widerspruch hinnehmen. Zugleich machten sie klar: „Der schwedische Biathlon-Verband hat weiterhin großes Vertrauen in Wolfgang.“ Pichler habe sich in seiner gesamten Karriere für sauberen Sport eingesetzt.

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