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Zweierbob in Sotschi : Die deutsche Krise setzt sich fort

  • Aktualisiert am

Sandra Kiriasis und Franziska Fritz sind beste Deutsche - auf Platz fünf Bild: REUTERS

Nach dem Debakel der Männer fahren auch die Bobpilotinnen hinterher. Zur Halbzeit sind sie im olympischen Eiskanal praktisch aus dem Medaillenrennen. Beste ist noch Sandra Kiriasis auf Platz fünf.

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          Die letzte Olympia-Mission für Bobpilotin Sandra Kiriasis hat mit einem Fehlstart begonnen. Einen Tag nach der historischen Pleite der deutschen Männer steuerte die erfolgreichste Pilotin der Welt den Zweierbob „208“ nicht fehlerfrei durch den Eiskanal und verspielte am Dienstag schon frühzeitig ihre Medaillenchancen im Sliding Center Sanki. Dort hatte sie im Vorjahr die olympische Generalprobe gewonnen.

          Nach zwei von vier Durchgängen hatte die Olympiasiegerin von 2006 1,14 Sekunden Rückstand auf die führende Amerikanerin Elena Meyers, die in 57,26 Sekunden Bahnrekord und Startrekord (5,12) hinlegte. Zweite ist Olympiasiegerin und Weltmeisterin Kaillie Humphries aus Kanada vor der amerikanischen Pilotin Jamie Greubel.

          Kiriasis vom Bob-Klub Stuttgart Solitude hat mit Anschieberin Franziska Fritz als Fünfte vor den beiden abschließenden Läufen am Mittwoch 0,58 Sekunden Rückstand auf Bronze - fast aussichtslos. Die Oberbärenburgerin Cathleen Martini liegt mit Christin Senkel auf Platz acht. Die Erfurterin Anja Schneiderheinze ist mit Stephanie Schneider Neunte.

          Damit droht den deutschen Bob-Assen das erste medaillenlose Abschneiden bei Olympia seit 50 Jahren. Vor dem Rennen hatte Kiriasis betont, sie sei nur zufrieden mit dem Abschluss ihrer einzigartigen Karriere ist, „wenn ich eine fehlerfreie Partie abliefere“, doch schon im ersten Lauf legte sie mit Franziska Fritz nur die 13. Startzeit hin und leistete sich zwei schwere Patzer in der Eisrinne. In Kurve fünf hatte sie Probleme und Ausfahrt Kurve 15 stand ihr Schlitten namens „Iwanuschka“ plötzlich total quer.

          Der Medaillenspiegel der Olympischen Winterspiele

          „Ich habe verkackt. Es war einfach alles schlecht. Andere fahren auch schlecht, aber die verlieren keine Zeit. Das ist frustrierend“, meinte die 39-Jährige restlos bedient. Grobe Fehler vor allem im zweiten Lauf leistete sich auch die frühere Weltmeisterin Martini, die endlich ihre erste Olympia-Medaille gewinnen wollte. In Vancouver stürzte sie im Finallauf auf Platz drei liegend spektakulär.

          Doch die Achterbahnfahrten der Oberbärenburgerin hatten sich schon in der Weltcup-Saison angedeutet. In diesem Winter fuhr sie nur beim zweiten Platz in St. Moritz aufs Podest. „Olympische und Spiele und Martini, das passt einfach nicht zusammen. Ich bin sprachlos“, sagte die 31-Jährige zur Halbzeit. In den zwei abschließenden Rennen können die Deutschen nur noch auf Angriff fahren.

          Der Zeitplan der Olympischen Winterspiele in Sotschi

          Der ehemalige Frauen-Bundestrainer Wolfgang Hoppe glaubt nicht an eine Besserung der Situation im deutschen Boblager. Nach der Pleite der Männer übte der ehemalige Weltklassepilot harsche Kritik am Verband. „Das schlechte Abschneiden im Bobsport ist hausgemacht. 20 Jahre Arbeit von Raimund Bethge liegen am Boden. Dem Schlittenbauer FES kann man nicht allein die Schuld geben, wenn man selbst nicht die richtigen Ideen einbringt“, sagte der Doppel-Olympiasieger von 1984 in einer Kolumne für die „Thüringer Allgemeine“ (Dienstag).

          Zudem prangerte der Nachwuchs-Bundestrainer „eine falsche Personalpolitik“ an. Die Trainer kämen direkt von der Schulbank, der Sporthochschule Köln. „Erfahrene Trainer wie Matthias Trübner wurden außen vorgelassen“, machte sich der Thüringer für den ehemaligen Erfolgstrainer von André Lange stark. Trübner arbeitet als Heimtrainer von Maximilian Arndt weiter am Oberhofer Olympiastützpunkt, reist aber nicht im Weltcup- und Olympia-Team mit.

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