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Olympische Winterspiele : Rodel-Gold für Loch, Silber für Möller

  • -Aktualisiert am

„Die Jungs sind in der Bahn phantastisch gefahren, sauschnell“

„Nein, am Start alleine hat es nicht gelegen“, sagte der Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland, Thomas Schwab. „Die Jungs sind in der Bahn phantastisch gefahren, sauschnell. Das kann man aus den Zeiten herauslesen.“ Die Deutschen waren am Samstag und Sonntag auch deshalb so erfolgreich, weil sie sich nach der Tragödie offensichtlich schneller auf die neuen Bedingungen haben einstellen können.

Dabei riskierte Loch im ersten Lauf - wie er im Nachhinein erkannte - fast einen Sturz. Er hatte seine Schlitteneinstellung vom Sondertraining übernommen. Das Eis aber wurde bis zum frühen Samstagabend härter, die Geschwindigkeit stieg um vier Kilometer pro Stunde: „Es hätte mich beinahe geschmissen.“ Hat es aber nicht. Stattdessen fuhr Loch 0,25 Sekunden schneller als Möller, gut 0,3 als Zöggeler.

„In Kurve elf bog der Schlitten bei den ersten drei Läufen immer ab“

Vor dem zweiten Durchgang wählte Loch eine weichere Abstimmung. Trotzdem reichte es wieder zu einer Bestzeit. Auch über Nacht änderte sich nichts an seiner brillanten Form. Als Schnellster des dritten Laufs mit Startnummer eins demonstrierte der Zwanzigjährige den erfahrenen Größen wie Möller und Zöggeler Nervenstärke. Der Bahnrekord im vierten Versuch rundete die goldwerte Vorstellung ab.

Der dritte Deutsche verspielte seine große Chance auf eine Medaille. Andi Langenhan aus Zella-Mehlis wurde Fünfter, weil er den Schlitten nicht optimal trimmen konnte. „In Kurve elf bog der Schlitten bei den ersten drei Läufen immer ab, ich weiß auch nicht, warum.“ Es gab Schlimmeres.

„Es war nicht leicht - im Hinterkopf hat man so ein Unglück immer“

Keine zweihundert Meter vom Ziel hingen die Flaggen Kanadas, des Internationalen Olympische Komitees und der FIL auf Halbmast; etwa auf Höhe der Stelle, wo der 21 Jahre alte Georgier aus der Bahn und mit dem Hinterkopf gegen einen Dachträger geprallt war. Neben dem Eisenpfosten lagen Blumen und ein Bild von Kuramitaschwili. Die Rodler hätte auch bei langsamer Fahrt nichts davon sehen können. Mannshohe Bretter, auf den Rand der Bahn nahmen ihnen nicht nur die Sicht. Sie sollten auch dafür sorgen, dass nach der Zielkurve niemand mehr aus der Bahn fliegt.

Auch im Zentrum von Whistler wurde der Tod nicht überspielt. Eine kleine Flamme brannte, von Blumen umrankt, zum Gedenken; ein Grablicht, direkt unter einer Skulptur der Olympischen Ringe. Die Sportler verdrängten das Schicksal ihres Kollegen so gut es ging. Niemand stürzte. „Es war nicht leicht“, sagte Loch, „denn im Hinterkopf hat man so ein Unglück immer.“ (siehe auch: Olympiasieger Loch im Gespräch: „Irgendwie klappt es ja immer“)

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