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Eisschnelllauf : Stephanie Beckert gewinnt Silber

  • Aktualisiert am

Bild: Schmidt-Media

Silber für Deutschland: Über 3000 Meter sicherte sich Eisschnellläuferin Stephanie Beckert Platz zwei. Olympiasiegerin wurde Martina Sablikova. Daniela Anschütz-Thoms fehlten nur drei Hundertstel auf die Dritte Kristina Groves.

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          Stephanie Beckert jubelte etwas ungläubig, Daniela Anschütz-Thoms musste von ihrem Trainer Stephan Gneupel getröstet werden: Die 21 Jahre alte Senkrechtstarterin Beckert holte am Sonntag (Ortszeit) mit Silber die erste Eisschnelllauf-Medaille für das deutsche Team bei den Winterspielen in Vancouver. „Das ist natürlich der Wahnsinn, ich muss das erstmal sacken lassen“, sagte Beckert nach ihrem perfekten Olympia-Debüt.

          Hingegen verpasste ihre 35 Jahre alte Klubkollegin Daniela Anschütz-Thoms abermals ihre erste Einzelmedaille - um nur drei Hundertstel. Gold ging im Richmond Olympic Oval an die Topfavoritin und fünfmalige Weltmeisterin Martina Sablikova aus Tschechien in Bahnrekord-Zeit von 4:02,53 Minuten. Sie bescherte ihrem Land den ersten Olympiasieg in dieser Sportart. Bronze gewann die Kanadierin Kristina Groves (4:04,84) vor Anschütz-Thoms (4:04,87). Katrin Mattscherodt aus Berlin wurde 13.

          „Bis zur letzten Runde war ich gut unterwegs, aber da ging plötzlich nichts mehr“, sagte Anschütz-Thoms. „Ich habe keinen Fehler gemacht, aber ein vierter Platz ist natürlich scheiße. Ich bin unendlich traurig.“ Beckert hat damit ihren Höhenflug fortgesetzt. „Ich bin total happy im Moment“, sagte die Blondine, die auf der letzten Runde schneller war als Sablikova und in 4:04,72 Minuten ihre direkte Konkurrentin Groves abhängte. „Ich hab' ziemlich zittern müssen, aber es hat doch gereicht.“

          Erst 21 Jahre alt, aber schon Zweite bei den Winterspielen: Stephanie Beckert

          „Das hatte sich schon im Training angedeutet“

          „Sablikova läuft wie von einem anderen Stern. Das hatte sich schon im Training angedeutet. Da war uns ganz klar, dass es ganz schwer werden würde, sie zu schlagen“, meinte Bundestrainer Markus Eicher. Die spindeldürre 22-Jährige trainierte einst als Jugendliche zusammen mit Claudia Pechstein in Berlin. In Tschechien gibt es bis heute keine 400-Meter-Bahn.

          Nach diesem Triumph hofft die Weltrekordlerin über 5000 Meter nun, dass sie das nötige Geld dafür beim Staat locker machen kann. Die frühere Basketballerin Sablikova hatte als erste der Medaillenkandidatinnen aufs Eis gemusst und verteilte nach ihrer Klasse-Zeit schon Küsschen ins Publikum. Clara Hughes aus Kanada, die 37 Jahre alte Olympiasiegerin von 2006, ging trotz der lautstarken Anfeuerung der 7600 Zuschauer in der ausverkauften Halle als Fünfte leer aus.

          Die Nerven hatten bei den Betreuern schon in der Eispause blankgelegen, als es eine Panne der Aufbereitung gab: Dabei lief aus der Maschine Wasser aus. Die niederländischen Trainer drängten auf eine weitere Eispause, doch die Jury lehnte dies ab. Beckert war in diesem Winter wie Phönix aus der Asche gestiegen und in jedem Weltcup-Rennen auf das Podest geklettert.

          In Heerenveen und Calgary hatte sie Sablikova über 3000 Meter die bislang einzigen Niederlagen der Saison beigebracht. Sie stammt aus einer eislaufverrückten Familie: Ihre Mutter und alle fünf Geschwister versuchten sich im Eisschnelllauf. Neben ihr sind auch ihre Brüder Patrick - tags zuvor 22. über 5000 Meter - und Pedro sowie Schwester Jessica noch aktiv.

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