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Doping : Österreichischer Skilangläufer positiv getestet

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Weglaufen nicht möglich: Johannes Dürr (vorne) ist wegen Epo-Dopings von den Winterspielen ausgeschlossen worden Bild: dpa

Doping mit Tradition: Die nordischen Sportler aus Österreich sorgen mal wieder für einen Dopingfall. Der Skilangläufer Johannes Dürr ist vor dem abschließenden 50-Kilometer-Lauf wegen eines positiven Epo-Tests ausgeschlossen worden. Er war einer der Favoriten.

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          Österreich sorgt acht Jahre nach dem Skandal von Turin bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi wieder für Doping-Schlagzeilen. Skilangläufer und Medaillenhoffnung Johannes Dürr wurde positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet. Dies teilte das Nationale Olympische Komitee Österreichs (ÖOC) am Sonntag mit. „Er hat gesagt, er ist ein Einzeltäter, niemand anders ist involviert“, erklärte ÖOC-Präsident Karl Stoss am Sonntag, dem Schlusstag der Sotschi-Spiele, auf einer Pressekonferenz in Krasnaja Poljana. Dürr habe zugegeben, gedopt zu haben.

          Der 26-jährige Ausdauerathlet aus Göstling an der Ybbs war am 16. Februar bei einer Trainingskontrolle in Österreich positiv auf ein EPO-Präparat getestet worden. Nach Sotschi angereist war der Dritte der Tour de Ski, der zwei Weltcupsiege feierte, erst am Freitag. Dürr galt als Mitfavorit für das 50-Kilometer-Rennen am Sonntag. Er soll bei 14 Doping-Tests in der vorolympischen Saison nicht aufgefallen sein.

          „Es tut mir unglaublich weh und auch leid, weil wir ja tolle Spiele erlebt haben“, sagte ÖOC-Chef Stoss, dessen Olympia-Team bis zum Bekanntwerden des Doping-Falls 17 Medaillen gewann. „Leider haben wir zum Schluss einen Einzeltäter, der überführt werden konnte.“ Das sei wirklich „ein trauriges Kapitel und ein schwarzer Sonntag“.

          Österreichische Vorgeschichte

          Nach den österreichischen Doping-Affären in Salt Lake City 2002 und in Turin 2006, durch die die Beziehungen zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC) abgekühlt waren, erwartet das ÖOC keine weitergehenden Konsequenzen durch das IOC. „Ich glaube nicht. Vonseiten des IOC ist es wichtig, dass wir sofort die richtigen Konsequenzen gesetzt haben“, sagte Stoss. Wie 2006 bei den Winterspielen in Turin kommt der Doping-Wirbel aus dem nordischen Skibereich. Vor acht Jahren war es in den Quartieren der Langläufer und Biathleten zu Razzien durch die italienische Polizei gekommen. Die dort gefunden Gerätschaften und Präparate lösten einen Skandal aus, der zu Sperren, Prozessen und Olympia-Ausschlüssen führte.

          Keiner der Athleten war positiv getestet worden. Dennoch gelten Wolfgang Rottmann, Wolfgang Perner, Martin Tauber, Jürgen Pinter, Johannes Eder und Roland Diethart als Dopingfälle. Bis auf Diethart wurden alle lebenslang für Olympia gesperrt. Ihre Ergebnisse von Turin wurden gestrichen.

          Bereits 2002 in Salt Lake City waren in einem von ÖSV-Langläufern genutzten Privathaus leere Blutbeutel und Injektionsnadeln gefunden worden. Das IOC disqualifizierte die Athleten Marc Mayer und Achim Walcher, bei denen UV-Behandlungen des Blutes durchgeführt wurden. Bei den Winterspielen in Sotschi ist der Sportbetrug von Dürr der fünfte Dopingfall. Zuvor waren die deutsche Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle, Eishockey-Spieler Vitalijs Pavlovs (Lettland), der Bobfahrer William Frullani (Italien) und die Skilangläuferin Marina Lisogor (Ukraine) des Dopings überführt worden. Bei allen wurden die im Wettkampf verbotenen Stimulanzmittel entdeckt.

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