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Doping-Experte Perikles Simon : „60 Prozent aller Olympia-Starter sind gedopt“

  • Aktualisiert am

Kein Spaß in Sotschi: Hier werden die Doping-Proben abgegeben Bild: dpa

Nach Ansicht des Molekularbiologen Perikles Simon sind mehr als die Hälfte der Athleten bei Olympia gedopt. Selbst in Funsportarten würden unerlaubte Mittel genommen. Die Doper agierten „klüger und hartnäckiger“ als je zuvor.

          Der Molekularbiologe Perikles Simon prophezeit, dass mehr als die Hälfte der Athleten bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi gedopt in die Wettkämpfe gehen werden. „Bis zu 60 Prozent aller Olympia-Teilnehmer werden gedopt sein, quer durch alle Sportarten“, sagte Simon in einem Interview des Internetportals t-online.de.

          Dabei würden selbst in Trendsportarten Athleten ihre Leistung auf verbotene Weise steigern. „Es wäre verrückt anzunehmen, dass zum Beispiel im Curling oder im Freestyle nicht gedopt wird“, sagte der Mainzer Wissenschaftler.

          Der Zeitplan der Olympischen Winterspiele in Sotschi

          Mit pharmakologischen Mitteln könne in allen Sportarten ein leistungssteigernder Effekt erzielt werden. „Deshalb denke ich, dass in Sotschi in allen Sportarten der Leistung auf unerlaubte Art und Weise nachgeholfen wird.“

          Bei den Winterspielen gibt es eine Rekordzahl von 2453 Doping-Kontrollen. In Vancouver 2010 waren es 2149 Tests. Simon ist davon überzeugt, dass auch die Doper „klüger und hartnäckiger“ agieren werden als je zuvor. „Rekordtests sind nichts Neues, bei allen Olympischen Spielen wurden die Zahlen gesteigert. Was wir brauchen, ist ein Rekord an Effizienz, so dass die Doper auch überführt werden.“

          Falls die Kontroll-Offensive zu einem Erfolg führen und in Sotschi ein prominenter Dopingsünder erwischt würde, wäre dies für Simon wenig Grund zur Freude: „Im Umkehrschluss würde es bedeuten, dass den Dopingfahndern viele andere Gedopte durch das Raster gerutscht sind.“

          Perikles Simon

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