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Super-G-Silber für Maria Höfl-Riesch : „Wahnsinn. Und das mit diesem Riesenfehler“

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Glücklich mit Silber in Schwarz-Rot-Gold: Maria Höfl-Riesch Bild: dpa

Nach Gold in der Super-Kombination holt Maria Höfl-Riesch trotz eines Fehlers auch im Super-G eine Medaille. Nur Anna Fenninger ist schneller. Damit ist Höfl-Riesch die erfolgreichste deutsche Skifahrerin in der Olympia-Geschichte.

          Kusshände ins Publikum, geballte Fäuste in den Himmel: Maria-Höfl-Riesch strahlte bei der Blumenzeremonie auch als Zweitplazierte wie eine Olympiasiegerin vom Podest. Im Super-G bewies die 29-Jährige wieder einmal Comeback-Qualitäten und holte ihre zweite Medaille bei den Winterspielen von Sotschi.

          Nach dem Sieg in der Super-Kombination und einer enttäuschenden Abfahrt lag Höfl-Riesch am Samstag in Krasnaja Poljana nur hinter Österreichs Olympiasiegerin Anna Fenninger. Die 29-Jährige war bis zur letzten Zwischenzeit auf Gold-Kurs, hatte dann aber einen großen Patzer. Umso größer war ihr Jubel im Ziel.

          „Unglaublich, Wahnsinn. Und das mit diesem Riesenfehler da unten. Ich konnte es gar nicht glauben im Ziel“, sagte sie überglücklich. „Maria ist ab und zu unsere Wundertüte. Die kann innerhalb von so kurzer Zeit ihre Performance verändern, das ist auch für uns immer wieder überraschend“, erklärte Alpinchef Wolfgang Maier. Fenninger hatte nach einer starken Fahrt in 1:25,52 Minuten 0,55 Sekunden Vorsprung auf Höfl-Riesch.

          „Ich bin dagestanden und bin bisserl eingefroren“, schilderte Fenninger die Zittersekunden bei Höfl-Rieschs Fahrt. Bronze ging an die Österreicherin Nicole Hosp, die 0,66 Sekunden hinter Fenninger zurücklag. Höfl-Riesch ist nun die erfolgreichste deutsche Skirennfahrerin bei Olympischen Winterspielen. Mit drei Goldmedaillen und einmal Silber überholte sie Katja Seizinger (3-0-2).

          Geschafft: Maria Höfl-Riesch holt sich Silber im Super-G Bilderstrecke

          „Ich bin wahnsinnig dankbar, dass ich das hier erleben darf. Endlich habe ich auch mal eine Silbermedaille“, sagte Höfl-Riesch nach der erst zweiten deutschen Olympia-Medaille im Frauen-Super-G nach Seizingers Bronze 1992. Sie gewann insgesamt ihre zehnte Medaille bei Großereignissen, bislang war keine silberne darunter. International sind nur die Kroatin Janica Kostelic (4-2-0) und die Schweizerin Vreni Schneider (3-1-1) erfolgreicher bei Winterspielen.

          Höfl-Riesch musste bei ihren letzten Winterspielen gleich zwei Schrecksekunden überstehen. Ein Pistenarbeiter stand an einem Tor, nur wenige Meter von der Fahrlinie entfernt. „Ich hab’s gesehen, es war Gott sei Dank an keiner brenzligen Stelle“, sagte sie. Nach Bestzeit bei der letzten Zwischenzeit verlor Höfl-Riesch das mögliche Gold, weil sie nach einem weiten Sprung zu direkt auf ein Tor zufuhr und dann stark abbremsen musste, um im Kurs zu bleiben.

          Der Zeitplan der Olympischen Winterspiele in Sotschi

          „Ich war kurz vorm Abschwingen“, gab Höfl-Riesch zu, „ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell unterwegs bin.“ Ungläubig und erleichtert kommentierte sie danach ihren Lauf. „Es war fast eine größere Freude als beim Zieleinlauf in der Kombi, weil es so überraschend war“, erklärte die dreimalige Weltmeisterin. „Viele sagen, sie hat Gold verloren - sehen wir nicht so. Wir freuen uns auch über Silber“, betonte Maier.

          Viktoria Rebensburg wurde Neunte. Die Riesenslalom-Olympiasiegerin von Vancouver zeigte eine gute Fahrt, verlor aber durch einen Fehler kurz vor dem Zielhang Zeit. „Da war der komplette Schwung leider weg. Mittwoch habe ich die nächste Chance, ich bin gut drauf, das muss ich nur mal runterbringen“, sagte sie mit Blick auf den Riesenslalom. Der technisch anspruchsvolle Starthang und eine Passage vor dem Zielhang stellte die ersten Läuferinnen vor große Probleme.

          Der Medaillenspiegel der Olympischen Winterspiele

          Sieben der ersten acht Starterinnen schieden bei diesen beiden Schlüsselstellen des vom österreichischen Trainer Florian Winkler gestreckten Kurses aus. „Man musste mit Köpfchen fahren“, erklärte Winkler. Kritik kam von der viertplatzierten Schweizerin Lara Gut. „Das ist nicht mehr lustig, ein Desaster. Das ist kein Rennen, man versuchte nur herunter zu kommen“, schimpfte die Mitfavoritin.

          Andere Spitzenfahrerinnen sahen den schwierigen Kurs gelassener. Mitfavoritin Tina Weirather fehlte wegen ihrer Knochenprellung am Schienbeinkopf. Die Liechtensteinerin postete in einem sozialen Netzwerk ein Bild, wie sie das Rennen auf einem Bett am Laptop verfolgt und schrieb dazu: „Wenn du denkst, du kennst die Grausamkeit des Sports, und ein neues Ausmaß erfährst.“

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          Ergebnis im Ski alpin, Damen, Super-G

          Gold: Anna Fenninger (Österreich) 1:25,52 Min.
          Silber: Maria Höfl-Riesch (Partenkirchen) 1:26,07
          Bronze: Nicole Hosp (Österreich) 1:26,18

          4. Lara Gut (Schweiz) 1:26,25
          5. Tina Maze (Slowenien) 1:26,28
          6. Fränzi Aufdenblatten (Schweiz) 1:26,79
          7. Fabienne Suter (Schweiz) 1:26,89
          8. Julia Mancuso (USA) 1:27,04
          9. Viktoria Rebensburg (Kreuth) 1:27,08
          10. Nadia Fanchini (Italien) 1:27,20

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