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Olympia-Skispringen : Glück um Mitternacht für Katharina Althaus

  • -Aktualisiert am

„Jetzt haben wir alle einen Grund zu feiern“: Katharina Althaus. Bild: dpa

2014 gewann Carina Vogt das erste Olympia-Gold für Skispringerinnen. Nun landet Katharina Althaus nervenstark auf Platz zwei. Doch das ist nicht der einzige Grund zur Freude für das deutsche Olympia-Team.

          Das Timing hat gepasst. Wieder ist es einer Frau aus der noch jungen Skisprungsparte des Deutschen Skiverbands gelungen, die einzige Gelegenheit, die das olympische Veranstaltungsprogramm für sie derzeit bietet, für sich zu nutzen: Auch beim sportlichen Höhepunkt des aus ihrer Perspektive bis dahin schon ansprechend verlaufenen Winters bewies Katharina Althaus Nervenstärke. Am Montag, als die Nacht über Pyeongchang längst hereingebrochen war und nicht mehr viele Minuten bis zum Anbruch des neuen Tages fehlten, freute sich die Oberstdorferin nach Sprüngen auf 106,5 und 106 Meter über den Gewinn der Silbermedaille; es war das siebte Edelmetall für die bislang bei diesen Winterspielen auch sonst formidabel auftretende Auswahl des Deutschen Olympischen Sportbundes.

          2014 in Sotschi hatte Carina Vogt aus Schwäbisch Gmünd bei der Premiere im Zeichen der fünf Ringe als Erste groß abgeräumt. Diesmal landete nur die favorisierte Norwegerin Maren Lundby (105,5, 110 Meter) vor Althaus. Für Sara Takanashi aus Japan, die in den vergangenen Jahren mit 53 Weltcupsiegen als Ausnahmekönnerin auftrat, aber bis dahin noch nie eine Medaille bei Olympia oder Weltmeisterschaft erreichte, endete in Südkorea diese Pechsträhne mit einem versöhnlichen Resultat; sie landete auf dem dritten Rang (103,5, 103,5).

          Dass Trio, das exakt in dieser Reihenfolge auch die Spitzengruppe im Weltcup bildet, musste in Kauf nehmen, dass sie alle wegen der späten Uhrzeit und der Eiseskälte vor Ort vergleichsweise wenig Beifall erhielten. Die Fantribünen waren spärlich besetzt. Die 21 Jahre alte Katharina Althaus machte im Glanz der grellen Scheinwerfermasten aber nicht den Eindruck, als würde sie dieser kleine Schönheitsfehler in einem solch bewegenden Augenblick sonderlich stören.

          Zumal sie aus dem Kreis ihrer Mitstreiter dafür umso herzlicher beglückwünscht wurde. „Ich bin so glücklich, dass ich die Sprünge rübergebracht habe. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Ich war sehr angespannt. Nach dem ersten Sprung ist die Nervosität abgefallen. Jetzt haben wir alle einen Grund zu feiern“, lautete ihre erste Reaktion. Carina Vogt, die es auf 97 und 101,5 Meter brachte, wurde Fünfte, die Schwarzwälderin Ramona Straub (98,5, 98,5) Achte. Juliane Seyfarth (Ruhla, 102,5, 90) sorgte als Zehnte für ein Gesamtergebnis, das Bundestrainer Andreas Bauer „mega stolz“ machte. Vier Athletinnen in den Top Ten seien ein Beleg für die Klasse seiner jungen Truppe.

          Die Bedingungen waren aufs Neue gewöhnungsbedürftig. Nicht nur, dass die Temperaturen wie am Wochenende bei den Männern bei Minus zehn Grad Celsius lagen. Auch der Wind, der von der dreißig Kilometer entfernten Küste mit Wucht durch das zerklüftete Gebirge wehte, frischte abermals äußerst unangenehm auf. Bauer sagte, er sei beeindruckt, wie wenig sich das Team von „Begleitgeräuschen“ habe irritieren lassen. Zugute kam den Deutschen zudem, dass die Bauart der Schanze der kleinen Anlage am Stützpunkt in Oberstdorf stark ähnelt, auf der für Bauers Kader-Mitglieder die regelmäßigen Übungseinheiten stattfinden. „Wir kannten alles“, betonte der 54-Jährige, „und wir wussten, was auf uns zukommt.“ Im Herbst 2017, kurz bevor die Wettkampf-Saison startete, hatte sich der Allgäuer zudem mit seiner Equipe noch zu einem fünftägigen Test-Trip nach Südkorea entschlossen, der sich damals nicht jedem auf Anhieb erschloss. Nun aber entfaltete er gerade für Katharina Althaus seine planmäßige Wirkung.

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