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Olympia in Sotschi : Neureuther will im Riesenslalom starten

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„Ich hätte vorgestern niemals gedacht, dass ich jetzt bei der Besichtigung stehe“: Felix Neureuther (Foto von 2013) Bild: dpa

Fünf Tage nach seinem Autounfall besichtigt Felix Neureuther die Strecke des Riesenslaloms. Der Skirennfahrer will trotz seiner Verletzungen zum Wettbewerb am Mittwoch (8.00 Uhr) antreten.

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          Skirennfahrer Felix Neureuther hat fünf Tage nach seinem Autounfall an der Besichtigung für den olympischen Riesenslalom teilgenommen und peilt einen Start an. Der 29 Jahre alte Skirennfahrer sei „zuversichtlich“, teilte der Deutsche Skiverband am Mittwochmorgen mit.

          „Ich hätte vorgestern niemals gedacht, dass ich jetzt bei der Besichtigung stehe“, sagte Neureuther im ZDF. „Es geht bis jetzt ganz gut.“ Durch den Unfall bei der Olympia-Anreise hat Neureuther ein Schleudertrauma, einen gezerrten Bandapparat im Halswirbelbereich und zwei geprellte Rippen.

          Am Dienstag hatte sich der WM-Zweite intensiv behandeln lassen. Reichlich rote Stellen hinterließ die Therapie an Neureuthers Rücken. „Die Behandlungen zeigen ihre Wirkung! Never give up!“, formulierte es Neureuther kämpferisch und stelle ein Foto seines nackten, muskelbepackten Oberkörpers ins Internet. Ob der 29-Jährige starten kann, soll erst im letzten Moment entschieden werden.

          „Man wird das sicher bis Mittwoch in der Früh offen lassen. Das muss man“, sagte Alpindirektor Wolfgang Maier nach der dritten Medaille seines Teams. Zu gerne würde er nach dreimal Edelmetall in Sotschi und vielen Damen-Medaillen bei den vergangenen Winterspielen auch einmal Herren-Edelmetall in der Olympia-Bilanz verbuchen. Denn die letzte Plakette liegt durch Gold von Markus Wasmeier schon 20 Jahre zurück.

          Der Zeitplan der Olympischen Winterspiele in Sotschi

          Auf eine rechtzeitige Genesung setzt DOSB-Präsident Alfons Hörmann. „Er bringt die notwendige Erfahrung, die Reife, das Können und auch die Coolness mit, um da eine ganz tolle Rolle zu spielen“, sagte Hörmann. Wenn, ja wenn er denn fit genug sei. „Das kann natürlich auch noch ganz anders, nämlich tragisch, enden.“

          Denn wie bitter wäre ein kompletter Ausfall Neureuthers bei diesen Spielen, vor denen der Skirennfahrer in der Form seines Lebens auftrumpfte? Fünf turbulente Tage liegen beim Rennen an diesem Mittwoch hinter den deutschen Alpin-Herren. Nach zwischenzeitlicher „Euphorie“ kehrte „relativ schnell der Hammer zurück“, so Maier. Und die Auftritte von Fritz Dopfer und Stefan Luitz gerieten durch den Autounfall des Besten und Prominentesten im Team komplett in den Hintergrund.

          Der Medaillenspiegel der Winterspiele in Sotschi

          „Die sind jetzt so den Tisch runtergefallen, das ist schon erstaunlich“, wunderte sich Maier. „Aber man darf sie nie abschreiben, denn die gehören auch zu den besten 15. Die Spiele sind komplett offen.“ Neureuther hin oder her - Herren-Cheftrainer Karlheinz Waibel setzt auf seine Truppe in jedem Fall große Stücke. „Wer immer eine Medaille gewinnen will, muss erstmal an den Dreien vorbei“, betonte der Coach.

          Planbar sind allerdings nur die Einsätze von Dopfer (drei Weltcup-Podestplätze) und Luitz (zwei). „Der ganze Betrieb kann ja nicht stillstehen, nur weil der Felix vielleicht nicht fahren kann“, sagte Maier. Größer als beim Riesenslalom sind Neureuthers Chancen beim Torlauf zum Abschluss der Alpin-Wettbewerbe am Samstag.

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