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Eishockey-Kommentar : Die Deutschen sind Gewinner-Typen

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Deutsche Gewinner-Typen: Silber glänzt fast so schön wie Gold. Bild: EPA

Auch Silber verleiht den deutschen Endspiel-Verlierern Glanz. Olympia hat gezeigt, dass sich im Eishockey am besten mit vielen Teamplayern Großes erreichen lässt. Nun sollten alte Fehler abseits des Spielfelds nicht wiederholt werden.

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          Die deutsche Sport-Geschichte ist um eine spektakuläre Episode reicher. Die Leistung der Eishockey-Nationalmannschaft ragt heraus aus der Vielzahl an vorzeigbaren Resultaten, die es in den vergangenen zwei Wochen bei den Olympischen Spielen zu bestaunen gab. Ihre Darbietungen waren besonders eindrucksvoll. Im Finale gegen die Olympischen Athleten aus Russland haben nur Sekunden gefehlt, und es wäre noch mehr geworden als Silber. Doch auch diese Medaille verleiht den Endspiel-Verlierern Glanz. Sie können sich trotz der 3:4-Niederlage nach Verlängerung zu den Gewinner-Typen zählen. 

          Es war eine Freude, mit anzusehen, wie die, die in der Vergangenheit so oft auf ihre Nebenrolle als Punktelieferanten degradiert wurden, couragiert an die Sache herangingen, als sie ihre Chance witterten. Es wäre zu einfach, das, was Bundestrainer Marco Sturm und seine Mitstreiter auf die Beine stellten, als Wunder zu bezeichnen. Denn: Unerklärlich sind die Turnier-Ereignisse, die im Vorhinein niemand zu erhoffen wagte, ganz und gar nicht. Sie resultieren vielmehr aus cleverer Planung und strukturierter Arbeit, die das Team alle Widerstände überwinden und zum ungeahnten Höhenflug bis ins Endspiel ansetzen ließ.

          Wie eine Maschine, bei der ein Rädchen ins andere passte, fügten sich die unterschiedlichen Charaktere in Schwarz-Rot-Gold zu einer kampfstarken Einheit zusammen, an der beinahe auch die Sbornaja in einem nervenaufreibendem Finale gescheitert wäre. Keiner war darauf aus, alleine zu glänzen, sondern alle sahen sich dem großen Ganzen verpflichtet. „Made in Germany“ war bis zu diesem Turnier selten ein Gütesiegel bei Eishockey-Großereignissen. Der Bundestrainer und seine Spieler haben das auf begeisternde Art und Weise geändert.

          Verband und Vereine können jetzt zeigen, dass sie aus den Fehlern nach der Heim-WM 2010, als das deutsche Eishockey mit dem Vorstoß unter die Top Vier letztmals Höhenluft schnupperte, gelernt haben und im Überschwang der Gefühle alte Fehler nicht aufs Neue wiederholen. Der Dissens der Funktionäre hat in dieser Sportart schon viel kaputt gemacht. Sturm musste mit großem persönlichen Aufwand über drei Jahre hinweg die Scherben seiner Vorgänger zusammenkehren, ehe in Südkorea ein strahlendes Gesamtkunstwerk erkennbar wurde. Dass der ehemalige NHL-Profi seinen Vertrag bis Frühsommer 2022 verlängerte, ist ein gutes Signal.

          Wenn nun auch die Protagonisten abseits des Spielfelds ihrer Verantwortung gerecht werden, können dem Olympia-Highlight weitere Schritte folgen. Sie sind nötig, um auf der internationalen Bühne den Abstand zur Spitze dauerhaft zu verkleinern und hierzulande den Stellenwert als Mannschaftssport im Schatten von König Fußball zu vergrößern. Sturm wird es im Alleingang nicht schaffen: Die Winterspiele von Pyeongchang haben gezeigt, dass sich im Eishockey am besten mit vielen Teamplayern Großes erreichen lässt.

          Am Ende jubelten die Spieler aus Russland über den Olympiasieg. Bilderstrecke

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