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Deutsches Eishockey-Team : Cool im richtigen Moment

Patrick Hager legt mit dem 1:0 für Deutschland gegen Norwegen vor. Bild: dpa

Das 2:1 gegen Norwegen ist der erste Olympia-Sieg der deutschen Eishockey-Herren seit 16 Jahren. Um im K.o-Spiel gegen die Schweiz zu bestehen, gilt vor allem eines: cool bleiben!

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          Lob haben sie bei diesem Turnier schon öfter bekommen. Im dritten Anlauf erhielten sie nun auch die ersten Punkte hinzu. Das deutsche Eishockey-Nationalteam geht mit einem Erfolgserlebnis in die zweite Woche, in der im Hockey Center von Gangneung die Entscheidungen warten. Das 2:1 nach Penaltyschießen (1:0, 0:1, 0:0) gegen Norwegen war der erste Erfolg der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes bei Olympia seit 16 Jahren und dem Sieg gegen Lettland in Salt Lake City; bis 2010 gab es danach stets nur Niederlagen und für Sotschi 2014 klappte es erst gar nicht mit der Qualifikation. Nun geht es in Südkorea an diesem Dienstag im K.o.-Duell mit der Schweiz um den Einzug ins Viertelfinale. Die Eidgenossen beendete die Vorrunde durch ein 1:4 gegen Tschechien als Achter, die Deutschen wurden Neunter.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          „Wir haben es unnötig spannend gemacht“, befand Bundestrainer Marco Sturm, der sich aber „freute, dass sich die Jungs für ein hartes Stück Arbeit belohnt haben.“ Dem deutschen Auftritt fehlte es wie schon zuvor gegen Finnland (2:5) und Schweden (0:1) bei allem Bemühen und großer Einsatzbereitschaft an der offensiven Durchsetzungsstärke. Mit mehr Cleverness im Abschluss wäre am Sonntag eine frühzeitigere Entscheidung, die Kraft gespart hätte, möglich gewesen.

          Bei bislang neunzig Schüssen, die sie während der Partien gegen die drei skandinavischen Gegner abgaben, erzielten Sturms Akteure nur drei Treffer während der regulären Spielzeit. Patrick Hager traf gegen Norwegen auf Zuspiel seines Münchner Vereinskollegen Dominik Kahun zur Führung (33. Minute), die Alexander Reichenberg bei einer der wenigen Situationen, in denen die Verteidigung vor Keeper Danny aus den Birken unsortiert wirkte, ausglich (46.). Nach einer torlosen Verlängerung ließ Hager im Penaltyschießen sein Können an der Scheibe abermals aufblitzen und schlenzte im Shut-Out die Scheibe an Lars Haugen als erster Kunstschütze ins Netz; der Mannheimer Matthias Plachta und Kahun taten es ihm in den Eins-zu-eins-Situationen nach.

          Es sei gelungen, „im richtigen Moment cool zu bleiben“, meinte Haager, der das knappe Resultat optimistisch einordnete: „Wir wussten, so ein Turnier ist ein Prozess, in dem man erst rein finden muss. Das ist uns gelungen. Darauf können wir aufbauen.“ Hager sprach von einem „mentalen Boost“, der durch alle Reihen für Selbstvertrauen sorge: „Hier ist keiner da, vor dem wir in Ehrfurcht erstarren müssten“, sagte der 29-Jährige. „Wenn wir etwas effizienter werden und im Powerplay zulegen, können wir auch bei Olympia jeden Gegner schlagen.“

          Ob Sinan Akdag noch wird mithelfen können, diesen hohen Anspruch in die Tat umzusetzen, entscheidet sich wohl an diesem Montag und weiteren Untersuchungen der Ärzte und Physiotherapeuten. Der Verteidiger der Adler Mannheim wurde bei einem Check gegen den Kopf übel erwischt und musste gestützt von Mitspielern das Eis verlassen. Auf Anhieb wurden keine größeren Verletzungen festgestellt. Doch Sturm, der ehemalige NHL-Profi, geht in solchen Fällen lieber auf Nummer sicher. Auch hinter Patrick Reimers Einsatz steht ein Fragezeichen. Der Angreifer der Nürnberg Ice Tigers zog sich bei einem Trainingsunfall, der von Seiten des DEB nicht konkreter erläutert wurde, eine „Unterkörperverletzung“ zu.

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