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Eishockey-Halbfinale : Kanada kann kommen!

  • -Aktualisiert am

Gelingt den deutschen Eishockey-Spielern etwa auch der Einzug ins Finale bei Olympia? Bild: Reuters

Bundestrainer Sturm und sein Team können ein neues Kapitel deutscher Eishockey-Geschichte schreiben: Es winkt der Einzug ins Olympia-Endspiel. Auf dem Weg dahin nehmen sie auch auf ihre Gesundheit keine Rücksicht.

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          Als Franz Reindl zum Präsidenten gewählt wurde, übernahm er die Verantwortung für einen Sanierungsfall: Sportlich und wirtschaftlich war der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) in desolater Verfassung. Seinen Ambitionen tat das keinen Abbruch. Den Delegierten, die ihn auf dem Verbandstag zum Nachfolger des glücklos agierenden Uwe Harnos beriefen, skizzierte er kühn klingende Visionen. „Powerplay“ lautete die Überschrift über seinem Konzeptpapier, das viele Seiten umfasste, aber vor allem drei Versprechen enthielt, an denen er sich messen lassen wollte: Der Nachwuchs werde fortan gezielter gefördert und die Zusammenarbeit mit den Erstligaklubs verbessert.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Und das Resultat aus beiden Vorhaben führe zu frischem Glanz für „unser Aushängeschild“: die Nationalmannschaft. Dank systematischer Unterstützung solle sie von 2026 an bei internationalen Turnieren um Medaillen mitspielen. Ein Raunen ging damals bei der Zusammenkunft Ende Juli 2015 in Frankfurt, durch den Saal. Am Donnerstag saß der 63-Jährige im Deutschen Haus in den südkoreanischen Bergen und konnte entspannt feststellen, dass die Wirklichkeit seine Phantasie überholt hat.

          An diesem Freitag (13.10 Uhr MEZ im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia und bei Eurosport) können Bundestrainer Marco Sturm und sein Team ein neues Kapitel deutscher Eishockey-Geschichte schreiben: Es winkt der Einzug ins Endspiel bei den Olympischen Spielen von Pyeongchang. Und selbst bei einer Niederlage gegen Titelverteidiger Kanada bliebe noch die Möglichkeit, den Aufschwung im kleinen Finale mit Bronze zu veredeln. „Erst beim Aufwachen habe ich es richtig realisiert, was das für eine riesige Leistung ist“, sagte Reindl, der 1976 als Nachwuchs-Stürmer zur Mannschaft Xaver Unsinns zählte, die das „Wunder von Innsbruck“ bewerkstelligte. Die Bronzemedaille war die bis heute einzige nennenswerteste Trophäe, die eine DEB-Auswahl erringen konnte. Ähnlich nah an einem vergleichbaren olympischen Erfolg waren die Deutschen nur 1992, als sie nach einem dramatischen Viertelfinale erst im Penalty-Schießen an Kanada gescheitert waren. Der Fehlschuss von Peter Draisaitl, bei dem der Puck auf der Linie liegen geblieben war, hat ist im kollektiven Sportgedächtnis der Deutschen zum berühmtesten Moment der deutschen Eishockeygeschichte geworden. 

          In Südkorea lässt sich das nun sogar toppen. Reindl sieht der Kraftprobe mit dem erfolgsverwöhnten Mutterland des Eishockeys voller Vorfreude entgegen: „Das Team ist hungrig. Wer den Spielern in die Augen schaut, sieht das Funkeln. Sie sind bereit. Keiner strahlt Zufriedenheit aus, sie alle haben Hunger nach mehr.“ Und der Garmischer betonte ebenso: „Das wird der Marco Sturm schon machen. Der kennt sich ja aus, er weiß, wie es geht.“ Die Idee, den früheren Angreifer mit dem Job als Bundestrainer zu betrauen, hatte Reindl. Sturm hatte bis 2015 lediglich ein wenig Erfahrung als Jugendbetreuer gesammelt; in seiner Wahlheimat half er bei den Kids aus, die zusammen mit seinem Sohn in Florida die Schlittschuhe schnürten.

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