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Freestylerin Lisa Zimmermann : Die unglaubliche Umschulung endet in der Qualifikation

  • -Aktualisiert am

Blick nach vorne: Lisa Zimmermann hat die Qualfikation fürs Finale nach einem Sturz im ersten Versuch verpasst Bild: AFP

In zwei Jahren in die Weltspitze: Eine frühere Eiskunstläuferin gehört jetzt zu den besten Freestyle-Skifahrerinnen. In Sotschi ist sie dennoch in der Qualifikation gescheitert.

          2 Min.

          Es war ziemlich warm am Montagmittag im Extreme Park von Rosa Khutor, der Slopestylekurs war entsprechend weich, der Schnee wässrig, nicht leicht zu fahren, aber es war ja auch nur Training. Kein Problem. Die Freestyle-Skifahrerinnen, die an diesem Dienstag (Finale ab 10 Uhr / live in der ARD und FAZ.NET-Liveticker)  um olympische Medaillen kämpfen, mussten noch nicht alles wagen. Es ging darum, ein Gefühl für den Hindernisparcours mit seinen Rails und Schanzen zu finden, Sicherheit zu gewinnen für den Ernstfall. Lisa Zimmermann, die 17 Jahre alte Starterin aus Bad Aibling in Bayern, hat sich mit der Piste angefreundet, das war schon einmal eine gute Nachricht.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Eigentlich. Denn schon in der Qualifikation ist das Olympia-Abenteuer für Lisa Zimmermann nach einem Sturz beendet. Dabei ist es am Finaltag kühler, die Bedingungen besser, die Piste noch hart und eisig, und das hätte ganz nach ihrem Geschmack sein können.

          Mit Eis nämlich kennt sich Lisa Zimmermann aus. Bis vor drei Jahren galt sie im bayerischen Landeskader als hoffnungsvolle Eiskunstläuferin. Bis dahin hatte sie nur eine Woche im Jahr auf den Ski gestanden, mit den Eltern und dem Bruder im Weihnachtsurlaub. Der Bruder nahm sie schließlich 2010 an einem freien Wochenende mit zum Skifahren in den Funpark, sie schnallte sich die breiten Freestyle-Latten an, die sie bei „Ebay“ ersteigert hatte - und war fortan für den Eiskunstlauf verloren.

          Olympia? Alles nicht so „megawichtig“, sagt Lisa Zimmermann ganz entspannt

          Ihr überragendes Talent für das Freestyle-Skifahren mit seinen akrobatischen Sprüngen war unübersehbar, neben dem Gefühl für Rotationen und Gleiten brachte sie eine erstklassige körperliche Fitness mit, Lohn einer Kindheit in der Eishalle. Tricks, für die andere, auch Jungs, ewig brauchten, lernte sie auf Ski deshalb auch im Handumdrehen, Lohn einer breiten sportlichen Ausbildung.

          „Körperspannung und das Gefühl für die Drehgeschwindigkeit“, nennt sie als ihre größten Vorteile. Sie brauchte nicht einmal zwei Jahre, um in die Weltspitze zu fahren. Dem Deutschen Skiverband war quasi über Nacht ein Ausnahmetalent zugefallen, wie sich spätestens im vergangenen Jahr herausstellte, als Lisa Zimmermann mit 16 Jahren als erste Frau überhaupt im Flug über eine Schanze einen Double Cork 1260 schaffte, einen zweifachen Salto mit dreieinhalbfacher Schraube. In diesem Winter feierte sie rechtzeitig vor Olympia ihren ersten Sieg im Weltcup. In Sotschi gehört sie seither zu den Kandidatinnen auf die Goldmedaille - und fehlt nun im Finale.

          Lisa Zimmermann: Gefühl für Rotationen und erstklassige körperliche Fitness

          Lisa Zimmermanns märchenhafter Aufstieg in die Weltspitze der Freeskier ist nicht das Einzige, was sie vom Gros der Athleten abhebt. Im Gegensatz zu vielen anderen hat sie zu Olympia und dem Leistungssport insgesamt eine ausgesprochen entspannte Haltung. Olympia sei „nicht so megawichtig“, sagt sie, und wenn sie in Sotschi starte, dann wolle sie vor allem Spaß haben und zeigen, was sie kann. Am Anfang der Saison, erzählt sie, habe sie gar nicht gewusst, dass ihre Disziplin olympisch sei, das habe sie erst ein paar Wochen später erfahren. Und Olympia im Fernsehen habe sie auch so gut wie nie verfolgt. „Ich stand ja immer in der Eishalle.“

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