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Frenzel in Olympia-Quarantäne : „Das war ein großer Schock“

  • Aktualisiert am

Eric Frenzel reiste zu Olympia und wurde dort positiv auf das Coronavirus getestet. Bild: dpa

Positive Corona-Tests und „unzumutbare“ Quarantänebedingungen stören zum Olympia-Start. Nach dem Umzug in ein besseres Hotel spricht Eric Frenzel über seine Lage. Er ist nicht der einzige, der leidet.

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          Kombinierer Eric Frenzel hat den positiven Corona-Test auch nach zwei Tagen in der Quarantäne noch nicht ganz verdaut. „Ich habe zwei Jahre lang alles dafür getan, mich nicht mit diesem Virus anzustecken. Jetzt reise ich zu den Olympischen Spielen an und bin genau in diesem Moment positiv. Das war ein großer Schock“, sagte der dreimalige Olympiasieger in einer Video-Botschaft aus dem Isolations-Hotel an Eurosport.

          Olympische Winterspiele 2022

          Frenzel durfte nach einer Intervention durch den Deutschen Olympischen Sportbund zumindest in ein besseres Hotel umziehen, nachdem die erste Unterkunft äußert beengt ausgefallen war. „Ich habe glücklicherweise alles, was ich so brauche. Ich habe Möglichkeiten, Sport zu machen und das Essen passt soweit. Ich muss jetzt geduldig bleiben, die Covid-Werte gehen glücklicherweise auch in die richtige Richtung. So hoffe ich, bald hier rauszukommen“, sagt der 33-Jährige.

          Mannschaftsarzt Stefan Pecher hatte einen Start Frenzels am Mittwoch in der ersten Olympia-Entscheidung ausgeschlossen. Für die zweite Woche macht sich Frenzel aber noch Hoffnungen. „Ich möchte gedanklich positiv und stark bleiben, mich fit halten und dranbleiben, um die Chance zu ergreifen, falls ich diese bekommen sollte. Dann will ich ordentlich Gas geben, um hoffentlich doch mit einem positiven Gefühl hier abreisen zu können“, sagt er.

          Bundestrainer Hermann Weinbuch sicherte Frenzel ebenso wie dem ebenfalls positiv getesteten Terence Weber Unterstützung zu. „Die ganze Mannschaft versucht, die beiden in Stimmung zu halten. Ich habe auch gerade beim Training mit ihnen telefoniert. Die haben alles mitbekommen“, sagte er am Sonntag.

          „Es ist wie ein schlechter Film“

          Den Wechsel der Unterkunft begrüßte Weinbuch. „Er hat jetzt ein gutes Zimmer, Gott sei Dank. Das ist wichtig, denn das geht aufs Gemüt, und dann bist du mental ausgepowert, wenn du rauskommst.“ Teammanager Horst Hüttel sagte zu den Umständen im Quarantäne-Hotel: „Soweit ist es okay, absolut. Die Verpflegung ist gut. Wir haben Spinning-Bikes.“ Damit würden sich Frenzel und der sich ebenfalls in Isolation befindende Terence Weber fit halten.

          Ersatzmann Manuel Faißt machte sich am Sonntag dennoch auf die Reise nach Peking, um im Fall der Fälle einspringen zu können. Allerdings gilt noch immer die Regel, dass Faißt entweder Frenzel oder Weber für die kompletten Spiele ersetzen würde. „Ich habe wenig Hoffnung, dass ich Manuel ein- und wieder auswechseln kann. Wenn sich daran nichts ändert, gehen wir am Mittwoch nur mit drei Mann an den Start“, sagte Weinbuch.

          Der 33 Jahre alte Frenzel war nach der Ankunft in China positiv auf das Virus getestet worden. Dabei hatten er und seine Familie vorab strenge Maßnahmen ergriffen. „Meine Frau hat sehr viele Entbehrungen auf sich genommen. Wir sind alle in Isolation gegangen, die Kinder haben wir aus dem Kindergarten genommen, den Großen aus der Schule. Nun ist es doppelt ärgerlich, dass der ganze Aufwand nicht belohnt wird und man sogar noch eine draufbekommen hat“, sagte Frenzel.

          Angesteckt habe er sich aber „wahrscheinlich“ bei der Nordischen Kombination in Seefeld. „Da habe ich mich in einem Bereich bewegt, von dem wir alle gehofft haben, dass wir uns in Sicherheit befinden“, beschrieb der Rekordweltmeister.

          Die positiven Corona-Tests seiner Kombinierer-Teamkollegen Frenzel und Weber haben auch Doppel-Olympiasieger Johannes Rydzek emotional mitgenommen. „Das ist keine einfache Situation“, sagte der 30-Jährige am Sonntag in Zhangjiakou. „Es ist wie ein schlechter Film irgendwo. Wir denken an sie und hoffen, dass es ihnen bald besser geht“, sagte Rydzek. Er sei mit beiden schon in Kontakt gewesen, sagte der Oberstdorfer, verwies aber auch auf Internetprobleme.

          Rydzek hatte bei den Winterspielen in Pyeongchang 2018 Gold im Einzel von der Großschanze und im Team gewonnen. Frenzel hatte damals Gold mit der Mannschaft und im Einzel von der Normalschanze geholt. Zudem hatte er sich Bronze von der Großschanze gesichert.

          Olympische Winterspiele 2022

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