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Eishockey bei Olympia : Stresstest für die Nationalmannschaft

Toni Söderholm ist selbstbewusst. Bild: AP

Im deutschen Eishockey hat man große Medaillen-Ziele und nun den passenden Kader dafür. Derweil geht es in der Deutschen Eishockey Liga drunter und drüber. Einige fordern eine Unterbrechung.

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          Wer auserkoren wird und sich bereit erklärt, für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zu spielen, kann mit schöner Regelmäßigkeit davon ausgehen, dass die zusätzliche Belastung nicht ohne Auswirkungen auf die Anforderungen als Profi im Liga-Alltag bleibt. Der Zeitplan bei den Turnieren ist eng getaktet, die körperliche Belastung hoch, und sobald die internationale Kür beendet ist, ruft sofort wieder die Pflicht in den Klubmannschaften. Auch die Olympischen Spiele in Peking, die am 4. Februar beginnen, machen da keine Ausnahme.

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          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Und doch wartet auf das Team von Toni Söderholm nun ein spezieller Stresstest, der in seiner Wunschvorstellung bis zum Abschlusswochenende der Veranstaltung andauern soll: „Die Jungs wissen, was sie können. Sie können selbstbewusst antreten“, sagte Söderholm. Er äußerte die „Hoffnung“, dass es mit dem Einzug ins Halbfinale etwas werde und es dann möglich sei, „um die Medaillen zu kämpfen“.

          Diesmal ist vieles anders als bei vorherigen Großereignissen, auf die sich der Bundestrainer mit seinen Leuten mit wenig Zeit, aber immerhin dank eines klar umrissenen Vorbereitungsplans einstimmen konnte. Derzeit geht es in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), aus deren Personal Söderholm das Gros seiner Belegschaft rekrutierte, drunter und drüber.

          Forderung an die DEL

          Schuld daran ist die Omikron-Variante des Coronavirus, die seit Jahresbeginn dafür sorgt, das an allen der 15 Klubstandorte Spieler erkranken, Mannschaften in Quarantäne müssen und Partien kurzfristig abgesagt werden müssen; die Erstliga-Tabelle gibt mittlerweile nur noch ein Zerrbild der wahren Leistungsstärke wieder. Als bislang letzte Mannschaft beutelte es die Adler Mannheim, die vermeldeten, dass sie vorerst nicht werden mitmischen können, weil sich 14 Spieler infizierten. Die Interessenvertretung der Erstligaspieler hierzulande, die „Spielervereinigung Eishockey“, verlangte am Dienstagmittag, dass der Spielbetrieb in der DEL bis auf Weiteres aus Sicherheitsgründen ausgesetzt werden soll.

          2018 gewann die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen.
          2018 gewann die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen. : Bild: dpa

          Eine Forderung, auf die die Vereine prompt mit Ablehnung reagierten: „Es sind schon viele Spiele ausgefallen. Daher ist es logistisch und auch rechtlich nicht möglich, dass wir weitere Spiele ohne Not absagen. Die Klubs würden sich auch ihren Vertragspartnern gegenüber haftbar machen. Der Spielbetrieb ist in der aktuellen Situation kein erhöhtes Risiko“, teilte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke mit.

          Christian Künast, der Sportdirektor des Verbandes, sagte hingegen, dass er das Ansinnen der Spieler „verstehen“ könne und er es begrüßen würde, wenn sie damit doch Gehör fänden: „Wenn der Stopp käme, würde es uns helfen“, sagte er mit Blick auf die Abreise der Nationalmannschaft am 2. Februar nach Peking, „dann minimiert sich das Risiko wegen Corona und dass sich jemand noch verletzt.“

          Söderholm sprach davon, dass er den „bestmöglichen“ Kader beisammen habe. Insgesamt berief er 25 Cracks, wobei die Adler ungeachtet ihres Hotspot-Problems mit sechs Mann die größte Gruppe abstellen sollen; aus ihren Reihen wurden Torwart Felix Brückmann, Verteidiger Korbinian Holzer sowie die Angreifer Lean Bergmann, Nicolas Krämmer, Matthias Plachta und David Wolf berücksichtigt. Ob einem oder mehreren der Auserwählten aktuell das Virus zu schaffen mache, wollte Künast nicht kommentieren. Er sagte lediglich, dass es denkbar sei, dass einzelne Spieler, die momentan nicht fit seien, nachreisen könnten: „Wir sind auf alles vorbereitet.“

          Da die NHL entgegen ihren ursprünglichen Absichten ihre Saison doch nicht für Olympia unterbricht, konnte der Bundestrainer weder auf Goalgetter Leon Draisaitl (Edmonton) noch Schlussmann Phlipp Grubauer (Seattle), Mittelstürmer Tim Stützle (Ottawa Senators) oder den Defensiv-Dirigenten Moritz Seider (De­troit) zurückgreifen. Dafür ist ein Trio dabei, das ebenfalls über reichlich Nordamerika-Erfahrung verfügt: Dominik Kahun, der inzwischen für Bern in der Schweiz auf Torejagd geht, Tom Kühnhackl, der bei Skelleftea AIK gelandet ist, nachdem er zweimal mit Pittsburgh den Stanley Cup gewann, sowie der ebenfalls in Schweden beschäftigte Tobias Rieder (Växjö).

          Söderholm stimmte die Zusammenstellung seiner Gemeinschaft optimistisch: Die Mannschaft sei bereit für den nächsten Schritt, „um etwas Großes zu erreichen“, betonte er, aber es liege „noch ein langer Weg“ vor allen – ein holpriger zudem, wie sich in Anbetracht der speziellen Begleitumstände anfügen lässt.

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