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Eisschnelllauf bei Olympia : Warum Aufhören keine Option für Pechstein ist

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War es das? Nicht doch! Claudia Pechstein will weiterlaufen. Bild: EPA

Mit Platz acht über ihre Paradestrecke erlebt Claudia Pechstein die größte sportliche Enttäuschung ihrer langen Karriere. An ein Ende der Laufbahn denkt sie nicht. Und bei Olympia hat sie nun noch ein Ziel.

          Nur 15 Stunden nach der größten sportlichen Enttäuschung ihrer Karriere stand Claudia Pechstein wieder auf dem Eis. Im ersten Training mit Blick auf den Vorkampf in der Team-Verfolgung am Montag war die Stimmung trotz anhaltender Rückschläge unter den Damen keineswegs getrübt. „Ich stecke den Kopf nicht in den Sand. Es ist für mich selbstverständlich, dass ich mich nicht verkrieche“, sagte Pechstein am Samstag, nachdem sie unter Anleitung von Cheftrainer Jan van Veen ihre Runden im Quartett nach Plan abspulte. „Das Training läuft gut. Jetzt kommt es darauf an, am Montag die beste Leistung abzurufen“, meinte der Coach.

          Keineswegs verblüfft hat den Niederländer die Ankündigung von Pechstein, bis 2022 weiterzulaufen. „Wenn sie weiter gut vorn mitläuft, kann sie auch noch bis 60 weitermachen“, scherzte er im Gangneung Oval. Nach dem deprimierenden achten Platz auf ihrer Paradestrecke über 5000 Meter hatte Pechstein zum wiederholten Mal ausgeführt, sie wolle auf jeden Fall bis zu den Winterspielen in Peking weiterlaufen. Pechstein wird während der Spiele 50 Jahre alt.

          Sie sei nun mal eine außergewöhnliche Person und „weiß, was sie tut“, sagte Sportdirektor Robert Bartko. „Für mich gibt es keine Altersgrenze. Zutrauen muss man ihr das allemal“, meinte der Berliner. DOSB-Präsident Alfons Hörmann sprach ihr am Samstag große Anerkennung für den Auftritt aus. „Man kann die Leistung, auch wenn sie ihre erträumte zehnte Medaille nicht erreicht hat, nicht hoch genug würdigen“, sagte er. „Ich finde es schade, dass sie mit Oma und ähnlichen Kommentaren versehen wird“, meinte Hörmann.

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          Mit Pechstein absolvierten die Inzellerinnen Roxanne Dufter und Gabi Hirschbichler sowie Ersatzfrau Michelle Uhrig aus Berlin ihre Trainingsrunden. „Etwas anderes als unser Bestes können wir nicht geben“, meinte Hirschbichler, die als einzige im Damen-Team bisher die Erwartungen halbwegs erfüllt hatte. Zweifel, wegen der Erkrankungen von Dufter und Uhrig könnte in Korea die Form gelitten haben, lassen die Damen nicht aufkommen. „Es geht jeden Tag ein bissel besser“, sagte Dufter, weiß aber um die Schwere der Aufgabe. „Niederlande und Japan sind weit vorn, die anderen sechs Teams kämpfen um Bronze“, meint die Inzellerin.

          Pechstein lobt die prima Stimmung in der Damen-Truppe, die schon seit Saisonbeginn herrsche. „Wir wollen alles abrufen, was machbar ist“, meinte sie und ging gleich wieder zur nächsten Einheit auf das Ergometer. In der Qualifikation am Montag geht es darum, mit einer der vier besten Zeiten das Halbfinale zu erreichen. „Der Gegner ist uns da völlig egal“, sagte Hirschbichler. Vielleicht muss Pechstein doch nicht bis Peking warten, um sich noch den Traum von ihrer zehnten Olympia-Medaille zu erfüllen.

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