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Dahlmeier holt zweites Gold : „Laura überstrahlt alles“

  • Aktualisiert am

Wieder Gold für Deutschland: Laura Dahlmeier ist nicht zu besiegen. Bild: AFP

Nach dem Sprint-Sieg gewinnt Laura Dahlmeier auch in der Olympia-Verfolgung die Goldmedaille. Dabei gelingt der Biathletin ein ganz besonderes Kunststück. Ihrem Trainer kommen die Tränen.

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          Laura Dahlmeier blickte noch kurz zurück. Dann schnappte sie sich ein paar Meter vor dem Ziel die deutsche Fahne und wartete wenig später geduldig auf die geschlagene Konkurrenz. Mit einem Riesenvorsprung gewann Deutschlands Sportlerin des Jahres in Pyeongchang ihr zweites Gold und als erste Skijägerin überhaupt das Double aus Sprint und Verfolgung. Solch ein Kunststück hatte bislang nur Rekord-Olympiasieger Ole Einar Björndalen aus Norwegen geschafft.

          „Es war ein richtig, richtig hartes Rennen, unfassbar! Meine Finger sind gerade aufgetaut, das waren Schmerzen, schlimmer als in jedem Rennen zuvor. Es war jetzt abartig“, sagte die immer noch frierende Dahlmeier. Bundestrainer Gerald Hönig hatte nach dem perfekten Rennen seiner Ausnahmekönnerin Tränen in den Augen und sagte: „Laura überstrahlt wieder alles. Was Laura hier an Biathlon in Perfektion zeigt, habe ich in der Art und Weise noch nicht gesehen. Sie ist professionell bis in die Haarspitzen.“

          29,4 Sekunden hinter der siebenmaligen Weltmeisterin Dahlmeier landete die zweimalige Olympiasiegerin Anastasiya Kuzmina (4 Fehler) aus der Slowakei auf dem Silber-Platz, Bronze ging an Anais Bescond (1) aus Frankreich. Denise Herrmann (2) war auf Rang sechs zweitbeste Deutsche. „Es ist unglaublich. Sie ist so gut drauf und hat mental so eine Stärke. Sie lässt der Konkurrenz keine Chance und steht verdient wieder ganz oben“, sagte Hönig. Franziska Hildebrand (3) kam auf Rang zehn, Vanessa Hinz (4) auf Rang 14. Bisher erfolgreichster deutscher Skijäger bei einem Olympia-Event ist Michael Greis, der bei den Winterspielen 2006 in Turin dreimal Gold holte – im Einzel, Massenstart und der Staffel.

          Dahlmeier dominierte das Rennen bei eisigen Temperaturen von zehn Grad unter Null zunächst von der Spitze weg. Mit 24 Sekunden Vorsprung auf die Norwegerin Marte Olsbu war sie auf die Strecke gegangen, doch im zweiten Schießen leistete sich Deutschlands Sportlerin des Jahres den ersten olympischen Schießfehler. Das Polster auf die nahende Slowakin Anastasiya Kuzmina schmolz anschließend auf nur noch neun Sekunden, ehe die zweimalige Sprint-Olympiasiegerin vor dem dritten Schießen vorbeizog. Doch Dahlmeier zeigte bei starkem Wind erneut ihre Nervenstärke und entschied das Rennen im dritten Schießen. Während die Bayerin fehlerfrei blieb, musste Kuzmina zweimal in die Strafrunde. Im letzten Stehendschießen blieb sie ebenfalls ohne Fehler – das war die Entscheidung.

          Schon vor einem Jahr bei der WM in Hochfilzen hatte Dahlmeier mit 23 Jahren fast spielerisch Rekorde aufgestellt, die wohl sehr lange Bestand haben werden. Mit fünfmal Gold und einmal Silber holte sie bei der WM in Hochfilzen in allen sechs Rennen eine Medaille. Fünf WM-Titel bei einem Event oder elf WM-Medaillen in Serie holte noch niemand im Biathlon-Zirkus. Bei Großereignissen gewann sie in 13 Rennen am Stück eine Medaille. Auch das ist bislang unerreicht. Dahlmeier ist auf dem besten Wege, zum großen Star von Pyeongchang zu werden – vier weitere Medaillenchancen warten noch auf sie.

          Mit voller Konzentration zum zweiten Gold: Laura Dahlmeier. Bilderstrecke
          Mit voller Konzentration zum zweiten Gold: Laura Dahlmeier. :

          Dabei stand das Rennen vor der Verschiebung. Hin und wieder fegten Böen durch das Stadion. „Wenn Dich so eine erwischt, kannst Du nichts machen“, sagte Bundestrainer Gerald Hönig. Erst kurz vor 19.00 Uhr (Ortszeit) fiel nach einer kurzen Jury-Sitzung die Entscheidung, dass das Rennen pünktlich beginnt. Ihren zweiten Gold-Coup feierte Dahlmeier mit ihren Eltern. Susi und Andreas Dahlmeier waren nach dem Sprint-Erfolg ihrer Tochter in den Flieger gen Südkorea gestiegen und pünktlich angekommen. „Es ist immer schön, wenn man bekannte Gesichter an der Strecke hat und familiäres Umfeld da ist.“ Und auch das Eishockey-Nationalteam feierte sie auf den Tribünen.

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