https://www.faz.net/-g8b-97k4f

Ankunft des „Siegerfliegers“ : Deutsches Team in Frankfurt gelandet

  • Aktualisiert am

Pünktlich gelandet: das deutsche Olympia-Team. Bild: dpa

Hunderte Fans bejubeln die Rückkehr der deutschen Olympioniken. Viel Zeit zur Erholung bleibt einigen von ihnen freilich wenig – der Blick richtet sich schon wieder nach vorne.

          Fahnenträger Christian Ehrhoff schloss Töchterchen Olivia in die Arme, Biathlon-Königin Laura Dahlmeier freute sich auf zwei, drei Tage Ruhe: Nach einer stimmungsvollen Willkommensparty in der Heimat fiel die Anspannung bei den deutschen Olympia-Helden allmählich ab. „Solch ein Aufmarsch ist schon speziell. Das erleben wir nicht alle Tage, deshalb genießen wir es“, sagte Eishockeyspieler Marcel Goc mit der Silbermedaille um den Hals zum herzlichen Empfang durch hunderte Fans, Freunde und Familienangehörige im Frankfurter Flughafen-Center. Und Bob-Olympiasiegerin Mariama Jamanka ergänzte: „Das ist der Wahnsinn!“

          Trotz eines verspäteten Abfluges aus Südkorea setzte die Boeing 747 mit mehr als der Hälfte des deutschen Teams, das in Pyeongchang mit 31 Medaillen (14 Gold, 10 Silber, 7 Bronze) für das beste Ergebnis seit der Wiedervereinigung gesorgt hatte, am Montag pünktlich um 16.41 Uhr in Frankfurt auf. „Es ist schön, wieder nach Hause zu kommen“, sagte die mit zweimal Gold und einmal Bronze dekorierte Dahlmeier.

          Nach einer wilden Abschluss-Party im Deutschen Haus (Goc: „Wir haben die Sau rausgelassen“) holten die müden deutschen Medaillensammler auf dem Rückflug etwas Schlaf nach. „Zuerst war es recht ruhig, weil alle noch mit den Nachwehen der Feierlichkeiten zu tun hatten“, berichtete Eric Frenzel, der in der Nordischen Kombination zweimal Gold und einmal Bronze gewann. Später habe an Bord „eine grandiose Stimmung“ geherrscht.

          Ehe sich das Team Deutschland in alle Himmelsrichtungen verteilte, richtete DOSB-Präsident Alfons Hörmann noch einmal Dankesworte an die Athleten und Betreuer. „Wir empfinden Freude, Stolz und Genuss. Wir haben die deutsche Hymne in Südkorea so oft gehört wie nie zuvor bei Olympischen Winterspielen. Und wir haben 61 Sportler, die mit Medaillen dekoriert zurückgekehrt sind. Das ist ein Allzeitrekord“, lobte Hörmann. „Wir waren gute Botschafter für Deutschland.“

          Nach dem Highlight kehrt nun wieder der Alltag ein – für die Eishockey-Wundermannschaft in der DEL sogar schon am Mittwoch. „Das ist natürlich ein straffer Plan. Es bleibt nur ein Tag mit der Familie“, sagte Ehrhoff, der bei der Abschlussfeier am Sonntag die deutsche Fahne getragen hatte.

          Das deutsche Olympia-Team ist pünktlich in Frankfurt gelandet.

          Im Deutschen Olympischen Sportbund will man ebenfalls sofort wieder die Ärmel hochkrempeln. „Wir haben die Weichen zu stellen, dass wir auch künftig solche Erfolgskapitel schreiben können“, betonte Hörmann. „Ohne die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen, wird es nicht möglich sein, weiter an der Weltspitze mitzumischen.“

          Andere Olympia-Helden werden die nächsten Tage dagegen nutzen, um ihre Erfolge nachwirken zu lassen. „Ich habe den Olympiasieg immer noch nicht richtig realisiert“, sagte Paarläuferin Aljona Savchenko über ihr Eiskunstlauf-Gold mit Bruno Massot. „Aber es kommt langsam.“

          Weitere Themen

          Eine endlose Schande

          Russische Manipulationen? : Eine endlose Schande

          Krisensitzung bei der Welt-Anti-Doping-Agentur: Die brisanten Daten aus dem Moskauer Labor könnten manipuliert sein. Bestätigt sich dieser Verdacht, drohen ernste Konsequenzen.

          Topmeldungen

          Glitzernde Autoshows wollen die Marketingstrategen der Firmen nicht mehr.

          War’s das mit der IAA? : Dilettanten am Steuer

          Wie ruiniert man eine IAA? Man nehme streitende Konzerne, einen Frankfurter Oberbürgermeister und einen hilflosen Verband. Schadenfreude? Ist nicht angebracht. In Deutschland sollten die Alarmglocken schrillen.

          SPD-Vorsitz : Die Letzten könnten die Ersten sein

          Sie stehen weder für einen Generationswechsel noch für radikale Positionen. Und dennoch kommt das Team Esken und Walter-Borjans beim Kampf um den SPD-Vorsitz gut an.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.