https://www.faz.net/-g8b-978rg

Skispringen : Der neue Vorflieger Wellinger

  • -Aktualisiert am

Auch die Stofftiersammlung profitiert: Andreas Wellinger vor seinen Erfolgsschanzen Bild: Reuters

Erst Gold, dann Silber: Andreas Wellinger ist „der Skispringer, auf den die Deutschen gewartet haben“. Zusammen mit Richard Freitag und dem deutschen Team plant er nun den dritten Streich.

          4 Min.

          Punktlandung knapp verpasst! Andreas Wellinger ist bei seinem zweiten Einsatz bei den Winterspielen hauchdünn am Sieg vorbeigeflogen. Am Samstag landete der Deutsche im Zitterfinale von der Großschanze auf dem Silber-Rang hinter Kamil Stoch, der in der Endabrechnung um 0,4 Punkte besser war. Sieben Tage zuvor hatte Wellinger von der Normalschanze die Konkurrenz in die Schranken verwiesen. Dem 22-Jährigen blieb damit vorerst der Zutritt zum elitären Sieger-Zirkel der Champions verwehrt, die in beiden Einzelwettbewerben vom Olympia-Bakken triumphierten: Matti Nykänen (1988 in Calgary), Simon Ammann (2002 in Salt Lake City und 2010 in Vancouver) sowie Stoch (2014 in Sotschi) erreichten diese Gipfel des Glücks. Wellinger machte nicht den Anschein, als sei er darüber sonderlich enttäuscht, sondern schritt mit einem breiten Grinsen durch den Zielraum: „Die Spiele bis jetzt sind unbeschreiblich. Dass ich wieder zur Siegerehrung darf, ist der absolute Wahnsinn.“ Bundestrainer Werner Schuster sprach von „zwei Top-Sprüngen. Es ist ein Riesenerfolg für den jungen Burschen und für das ganze Skisprung-Deutschland.“

          Wellinger, der aufgrund seines ersten Coups ohne Druck in die zweite Entscheidung gegangen war, brachte es auf 135,5 und 142 Meter. Stoch kam bei schlechteren Windbedingungen und trotzdem guten Haltungsnoten auf 135 und 136,5 Meter. Bronze ging an den Norweger Robert Johansson (137,5, 134,5). Karl Geiger auf dem siebten Platz (132, 137,5), Richard Freitag auf dem neunten (130, 127,5) und Markus Eisenbichler als Vierzehnter (130, 130,5) komplettierten das gute Abschneiden der Auswahl des Deutschen Skiverbands. Gemeinsam sind sie nun noch ein letztes Mal an diesem Montag im Mannschaftswettbewerb gefordert.

          „Wenn jeder die Leistung bringt, müssen sich die anderen lang machen, um uns zu schlagen“, prophezeite Wellinger. Für ihn lief es in Pyeongchang ein weiteres Mal so erfreulich ab, wie es in der Vorbereitung auf diesen Winter, in dem man laut Schuster als Skispringer „unsterblich“ werden kann, nicht zu erwarten war. Wellinger hatte wegen einer Reizung der Patella-Sehne im Knie Teile der Vorbereitung nur eingeschränkt absolviert. Und doch war er auf Anhieb mit Schwung gestartet: Schon bis Weihnachten klappte es bei den Weltcups in Ruka, Nischni Tagil und Titisee-Neustadt mit Podestplätzen. Und seit dem Springen in Innsbruck bei der Vierschanzentournee drehte er richtig auf. „Sein Zugang zum Sport ist noch mal professioneller geworden“, sagt Schuster. 

          Das Arbeiten gelernt

          Auch athletisch habe der Vorflieger seinen üblen Sturz in Finnland 2015 endgültig weggesteckt und sich körperlich noch einmal spürbar verbessert. „Früher hat sich Andreas auch mal auf seinem Talent ausgeruht“, sagte Schuster: „Inzwischen ist er ein Vollblut-Profi, der nichts dem Zufall überlässt.“ Bei Wellinger klingt es ähnlich: „Ich habe das Arbeiten gelernt.“

          Weitere Themen

          FC Bayern trifft auf Olympiakos Video-Seite öffnen

          Champions League : FC Bayern trifft auf Olympiakos

          Am dritten Spieltag müssen die Bayern nach Griechenland zu Olympiakos Piräus, dem Tabellen-Dritten in der Gruppe B. Trainer Niko Kovac warnte auf der letzten Pressekonferenz vor der Partie und vor dem Gegner.

          Bayern retten sich ins Ziel

          3:2 in Piräus : Bayern retten sich ins Ziel

          Die Bayern geraten bei Olympiakos Piräus früh in Rückstand und unter Druck – aber auf Torjäger Lewandowski ist Verlass. Für die Münchner Abwehr gilt das beim 3:2-Sieg schon wieder nicht.

          Topmeldungen

          Das britische Unterhaus am Dienstag Abend

          Johnson-Zeitplan abgelehnt : Brexit zum 31.Oktober nahezu ausgeschlossen

          Das britische Parlament hat den Gesetzesrahmen für den Brexit-Deal im Grundsatz gebilligt. Unmittelbar nach diesem Zwischenerfolg lehnte das Unterhaus jedoch den Zeitplan von Boris Johnson ab. EU-Ratspräsident Tust will eine Verlängerung der Brexit-Frist empfehlen.
          Mal wieder Münchner Mitarbeiter des Abends: Robert Lewandowski

          3:2 in Piräus : Bayern retten sich ins Ziel

          Die Bayern geraten bei Olympiakos Piräus früh in Rückstand und unter Druck – aber auf Torjäger Lewandowski ist Verlass. Für die Münchner Abwehr gilt das beim 3:2-Sieg schon wieder nicht.

          AKK-Vorstoß : Gezielte Überrumpelung

          Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Koalitionspartner mit ihrem Syrien-Vorstoß schwer düpiert. Jetzt muss sie ihre Idee so seriös weiterentwickeln, dass sie dem Vorwurf entgeht, es sei ihr nur um die eigene Profilierung gegangen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.