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Olympische Nachspiele : Medaillengewinner Baxter unter Dopingverdacht

  • Aktualisiert am

Zu früh gefreut? Alain Baxter unter Dopingverdacht Bild: AP

Der Schotte Alain Baxter, Slalom-Dritter bei den Olympischen Spielen, wurde in Salt Lake City positiv auf den Gebrauch von Methamphetaminen getestet.

          Der schottische Skifahrer Alain Baxter wurde während der Olympischen Winterspiele positiv auf den Gebrauch von Methamphetaminen getestet.

          Der Bronzemedaillen-Gewinner im Slalom bestreitet die Vorwürfe, berichtet die Nachrichtenagentur AP: „Ich habe nie bewusst Medikamente oder leistungssteigernde Substanzen geschluckt. Ich bin unschuldig“, erklärte der 28-Jährige, der sich von einer Lawine überrollt sieht: „Ich konnte es nicht glauben, als mich unser Verbandschef Simon Clegg über den positiven Test informierte.“

          Stimulantium als „Speed“ landläufig bekannt

          Baxter hatte mit seinem dritten Platz im Slalom von Park City am 23. Februar die erste Schnee-Medaille der Olympia-Geschichte für Großbritannien gewonnen. Am vergangenen Mittwoch war der „Highlander“ in seiner Heimatstadt Aviemore in den schottischen Cairngorm Bergen empfangen und wie ein Nationalheld gefeiert worden.

          Er selbst machte am Dienstag in Absprache mit der Britisch Olympic Assosiation (BOA) die Dopingvorwürfe öffentlich, nachdem die BOA seit Freitag wusste, dass einer ihrer Athleten auffällig geworden war. Baxter war positiv auf ein Stimulantium getestet worden, dass landläufig als „Speed“ bekannt ist.

          Baxter will sich mit Arzt und Anwalt wehren

          Baxter hat nun seinen Arzt und seinen Anwalt eingeschaltet: „Zusammen mit den beiden werde ich meinen Fall beim IOC verteidigen. Dies wird nach meinen Informationen nicht vor nächster Woche passieren.“ Bis das IOC den Fall entschieden hat, werde er keine weiteren öffentlichen Stellungnahmen abgeben: „Ich beabsichtige nicht, meine Verteidigung durch die Medien vorzunehmen.“

          Dem Schotten droht der Verlust der Medaille, die er sich mit einem beherzten zweiten Lauf hinter den Franzosen Jean-Pierre Vidal und Sebastien Amiez erkämpft hatte. Nutznießer wäre der Österreicher Benjamin Raich, der den vierten Platz belegt hatte.

          Ein weiterer Nandrolon-Fall noch nicht namentlich bekannt

          Baxter scheint einer der zwei weiteren Dopingfälle sein, die das Internationale Olympische Komitee (IOC) angekündigt, aber wegen noch nicht abgeschlossener Untersuchungen vorerst nicht namentlich bekannt gegeben hatte. Im zweiten Fall soll das Steroid Nandrolon aufgefallen sein. IOC-Sprecherin Sandrine Chappuis wollte zum derzeitigen Stand der Dinge keinen Kommentar abgeben.

          Bei den Olympischen Spielen hatte es bisher drei Dopingfälle gegeben, die alle den Skilanglauf betroffen hatten. Der Wahlspanier Johann Mühlegg verlor ebenso seine Goldmedaille über 50-km wie der Russin Larissa Lazutina ihre über 30-km. Im gleichen Rennen wurde auch Lazutinas Landsfrau Olga Danilowa disqualifiziert.

          Alle drei waren positiv auf Darbeopoetin getestet worden, das die Produktion der Roten Blutkörperchen steigert und damit die Sauerstoffaufnahme beeinflusst. Außerdem wurden nach den Spielen in der Unterkunft des österreichischen Langlaufteams Geräte zur Bluttransfusion gefunden.

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