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Olympia-Gold für Schoenmaker : „Es ist so wunderbar“

Gold für Tatjana Schoenmaker in Tokio Bild: AFP

Eine Südafrikanerin sorgt für Gänsehautmomente in der Olympia-Schwimmhalle von Tokio. Doch bis Tatjana Schoenmaker realisiert, dass sie einen uralten Rekord gebrochen hat, braucht sie ein paar Sekunden.

          1 Min.

          Harmonie. Geteilte Freude. Umarmungen. Tränen. Wenige Minuten bevor Ryan Murphy nach dem Rennen über 200 Meter Rücken die größte Kontroverse der Schwimmwettbewerbe von Tokio auslöste, in dem er seinen russischen Kontrahenten unter Dopingverdacht stellte, herrschte unter Gewinnerinnen wie Geschlagenen des Rennens über 200 Meter Brust gemeinsames Glück.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Tatjana Schoenmaker aus Johannesburg war mit Weltrekord zum Sieg geschwommen, in 2:18,95 Minuten, und brauchte Sekunden, bis sie gewahr wurde, dass sie den acht Jahre alten Rekord von Rikke Møller Pedersen unterboten hatte. „Ich habe auf eine Zeit geschaut, 2:19, und dachte: oh, so eine gute Zeit. Dann wurde mir klar, Moment mal, ist ja gar nicht meine Zeit. Na ja, ich glaube, ich hab dann meine Emotionen gezeigt.“

          Wunderbar geschlafen

          Prompt wurde sie umringt, von Kaylene Corbett, mit der sie in Südafrika trainiert, Fünfte dieses Rennens, von den Amerikanerinnen Lilly King und Annie Lazor, Zweite und Dritte, ebenfalls Trainingspartnerinnen. „Das war so wunderbar“, sagte Schoenmaker anschließend, „dass wir gegenseitig unsere Siege feierten. Ich hoffe, das gibt es auch bei anderen Rennen, es ist so wunderbar, gemeinsam zu jubeln.“

          Die Hoffnung, siehe männliche Rückenschwimmer, erfüllte sich kurzfristig nicht, aber Schoenmaker erlebte einen Tag, dessen emotionale Wirkungen sie auf Afrikaans so ausdrückte: „Onbeskryflik.“ Unbeschreiblich. Schoenmaker ist eine prägende Figur dieser Tage in Tokio, über 100 Meter Brust hatte sie hinter der 17 Jahre alten Lydia Jacoby aus Alaska Silber gewonnen, jetzt setzte sie den ersten Weltrekord auf einer Einzelstrecke bei diesen Spielen. „Ich wollte doch nur ins Finale“, erzählte sie anschließend. „Mein letzter Gedanke war gestern, nicht ans Rennen zu denken. Ich habe wunderbar geschlafen, hatte komplett meinen Frieden mit diesem Rennen gemacht.“

          Die Botschaft verfing. „Entschuldigung, aber die Tatsache, dass wir Silber und Bronze nicht richtig feiern, ist Bullshit“, sagte Lilly King, am Dienstag Dritte über 100 Meter Brust. „Wir haben extrem hohe Standards in den USA, aber das ist keine Entschuldigung dafür, dass wir Silber und Bronze nicht feiern.“ Und der Verdacht, den Ryan Murphy geäußert hatte? „Ich bin sicher, dass dieser Lauf sauber war.“ Annie Lazor hatte eine Erklärung für so viel Harmonie: „In diesem Rennen waren einfach gute Menschen.“

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