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Drohung gegen Peking 2022 : Wiedersehen mit dem Boykott-Gespenst

In weniger als einem Jahr soll es die Olympischen Winterspiele in Peking geben. Bild: Reuters

Am 4. Februar 2022 sollen die Winterspiele in Peking beginnen. Zuvor duellieren sich die Vereinigten Staaten und China: Olympia muss für die Politik mal wieder als Kampfplatz herhalten.

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          Die schlechten Nachrichten häufen sich zurzeit für das Internationale Olympische Komitee (IOC), wobei die Verbannung des Fackellaufs von Osakas Straßen wegen steigender Infektionszahlen noch die harmloseste ist: Der Rückzug Nordkoreas von den Sommerspielen in Tokio am Dienstag aus „Gesundheitsgründen“ hat da schon schmerzhaftere Folgen: Der Traum der Sportorganisation von der segensreichen Wirkung Olympias auf den innerkoreanischen Konflikt ging jäh zu Ende. Am Mittwoch schließlich hob das bedrohlichste Gespenst der olympischen Bewegung seinen Kopf: die Boykottdrohung.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Es blieb zwar bei umständlichen Andeutungen seitens eines Sprechers des amerikanischen Außenministeriums. Aber es ist anzunehmen, dass das nur der Vorbote einer von der wirtschaftlichen Konkurrenzsituation befeuerten Diskussion ist, die sich noch verschärfen wird bis zum 4. Februar, dem Tag, an dem die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking geplant ist. Die Kritik am Umgang Chinas mit den Uiguren in Xinjiang, mit Tibetern und Hongkong findet in der Olympia-Frage einen willkommenen Verstärker.

          Im vergangenen Monat, kurz nach seiner Wiederwahl zum IOC-Präsidenten, hatte sich der Tauberbischofsheimer Thomas Bach wieder einmal zu dem Thema äußern müssen. „Das IOC ist keine Super-Weltregierung, die die Probleme der Welt lösen könnte“, sagte er. Das Olympische und Paralympische Komitee der Vereinigten Staaten (USOPC), das formal einen Boykott beschließen müsste, hat sich bereits dagegen positioniert.

          „Diese Boykotte schaden nur Athleten“

          „Boykotte haben noch nie gewirkt“, sagte Präsidentin Susanne Lyons, „besonders nicht 1980.“ Damals waren fast alle West-Nationen einschließlich der Bundesrepublik Deutschland unter dem Druck ihrer Regierungen den Spielen in Moskau ferngeblieben. „Diese Boykotte schaden nur Athleten“, sagte Lyons. Es folgte ein Gegenboykott der Spiele 1984 in Los Angeles. Dort sollen auch 2028 wieder Sommerspiele stattfinden.

          Ned Price, der Sprecher des amerikanischen Außenministeriums, hatte vor der Presse zum Thema Boykott der Winterspiele gesagt, es bestehe der Wunsch, „es zu diskutieren“. In diesem Zusammenhang wäre „ein koordiniertes Vorgehen nicht nur in unserem, sondern auch in dem Interesse unserer Verbündeten und Partner“. Später entschärfte er seine Aussagen, indem er sagte, es gebe nichts zu verkünden. Und in einem Tweet: Es sei noch lange hin bis 2022. „Aber wir werden uns weiter eng mit unseren Verbündeten und Partnern beraten, um unsere gemeinsame Besorgnis und unser gemeinsames Vorgehen zu benennen.“

          Chinas Reaktion fiel trotzdem scharf aus. „Die Politisierung des Sports läuft der olympischen Charta zuwider, schadet den Interessen aller Sportler und der internationalen olympischen Bewegung“, sagte Außenamtssprecher Zhao Lijian bei einer Pressekonferenz. Er sagte auch, die Vorwürfe über einen „sogenannten Völkermord“ unter der muslimischen Minderheit der Uiguren in Xinjiang seien „nichts anderes als eine Jahrhundert-Lüge“.

          Und weiter: „Wenn die USA darauf bestehen, die Augen gegenüber den Fakten und der Wahrheit zu verschließen, China auf der Basis von Gerüchten absichtlich zu attackieren und zu verleumden, sind sie zum Scheitern verurteilt.“ Dass China ein Land im Falle eines Olympia-Boykotts mit wirtschaftlichen Mitteln abstrafen würde, ist anzunehmen.

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