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Unwetter bei Olympia : Warnungen vor Taifun in Japan

Heftiger Wind und viel Regen droht den Menschen in Japan. Bild: AP

Hitze und Nepartak: Das japanische Wetteramt warnt vor Taifun Nummer 8, der die Hauptinsel im Osten und Norden treffen dürfte. Schutzmaßnahmen werden ergriffen, Wettbewerbe verschoben.

          2 Min.

          Als die Welt noch nicht vom Coronavirus erschüttert war, plagte die Organisatoren der Spiele in Tokio ein anderes gesundheitliches Problem: die schwüle Sommerhitze und drohende Hitzschläge von Zuschauern und Sportlern. Jetzt, nachdem die ersten Tage der Spiele ohne großen Corona-Ausbruch rund um das olympische Dorf vergangen sind, ist das Thema Wetter wieder da, und das gleich in zweifacher Ausfertigung. Seit Tagen drückt auf Tokio die Hitze, so wie eigentlich immer im Sommer. Und für die kommenden Tage droht Wirbelsturm Nepartak, der – und das ist ungewöhnlich – von Osten her Kurs auf Japan nimmt.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Der Taifun Nummer 8, wie er in Japan genannt wird, dürfte am Dienstag die Hauptinsel erreichen und könnte nach Prognose des Wetteramts im Norden oder im Osten des Landes anlanden. Am Sonntag war er noch rund 1800 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, südöstlich nahe der Minamitori-Insel. Das Wetteramt warnt schon vor schwerem Regen, stürmischem Wind und hohen Wellen. Windböen könnten bis zu 126 Stundenkilometer erreichen, heißt es.

          Vorbereitungen laufen

          Auch wenn der Taifun nördlich von Tokio landet, dürfte die Hauptstadt heftige Regenfälle erleben. Im Gegensatz zu Erdbeben seien die Läufe von Taifunen vorhersagbar, und man bereite sich vor, erklärt der Sprecher des Organisationskomitees. Als erste Vorsichtsmaßnahme wurden Ruderwettbewerbe vom Montag auf das Wochenende vorgezogen und die für Dienstag geplanten Läufe auf später in der Woche verschoben. Kräftige Winde und starke Windböen könnten am Dienstag für ungleiche Bedingungen sorgen und eventuell die Ruderrennen gänzlich unmöglich machen, erklärte das IOC.

          Manche Surfer, die am Tsurigasaki-Strand in Chiba an der Pazifikküste das Olympiadebüt begehen, hofften dagegen auf stärkere Wellen. Die Stärke von Nepartak kann sich bis Dienstag noch steigern oder abschwächen. Der Taifun könnte auch noch abdrehen. Greifbarer als der Taifun ist bisher die Sommerhitze, die Tokio und Japan fest im Griff hat. Am Sonntag erreichten die Temperaturen 34 Grad.

          Risiken der Sommerhitze

          Tennisspieler wie Novak Djokovic und Daniil Medwedew klagten am Wochenende nach ihren Erstrundenspielen über die Hitze und forderten, die Tennisspiele nicht um 11 Uhr morgens, sondern später zu beginnen. „Du gehst heraus und du weißt, es wird kein Spaß“, sagte Medwedew. „Es fühlt sich an, als ob man Gewichte auf den Schultern hätte, weil es so viel Hitze und Feuchtigkeit und stehende Luft gibt“, beschrieb Djokovic die Bedingungen. Die russische Bogenschützin Svetlana Gomboeva, die am Freitag wegen der Hitze zusammengebrochen war, war am Wochenende schon wieder für das Team im Einsatz.

          Mit dem Verzicht auf Zuschauer haben die Organisatoren die größten Risiken der Sommerhitze vermieden. Befürchtet worden war, dass mit ursprünglich erwarteten Hunderttausenden Gästen es viele Hitzschläge geben könne, die das Gesundheitssystem überlasten könnten. Mit vielen Ideen, darunter kleinen Schneekanonen, hatten die Veranstalter Mittel und Wege gesucht, um Zuschauer und Athleten zu kühlen. Geblieben sind davon unter anderem Sprinkleranlagen, die an sonnenbeschienenen Fußgängerwegen feinste Wassertröpfchen in die Luft ablassen.

          Auch die Verlegung der Marathon- und Gehwettbewerbe nach Sapporo, die Hauptstadt der nördlichsten Präfektur Hokkaido, sollte die Hitzerisiken für die Läufer verringern. Doch auch Sapporo war zuletzt von der Hitzewelle getroffen. Vergangene Woche erreichte die Quecksilbersäule dort teils 35 Grad, zum ersten Mal seit 21 Jahren. Für die Marathon-Woche zeigt die Wetterprognose für Sapporo etwas mildere Höchsttemperaturen um 30 Grad an oder etwa drei Grad weniger als in Tokio.

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