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Reckfinale in Rio : Hambüchen erfüllt sich seinen großen Gold-Traum

  • -Aktualisiert am

Raus mit der Freude: Ob Fabian Hambüchen selbst nochmal mit Gold gerechnet hat? Bild: AFP

Zum Abschluss seiner Karriere krönt sich Fabian Hambüchen mit einer olympische Goldmedaille am Reck. Bis es so weit ist, muss der erfolgreichste deutsche Turner der Geschichte lange zittern.

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          Es war die Medaille, die noch fehlte: Fabian Hambüchen hat in Rio de Janeiro die Goldmedaille am Reck gewonnen, mit 0,266 Zehnteln Vorsprung vor Danell Leyva aus den Vereinigten Staaten. Damit hat nach Bronze bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 und Silber vor vier Jahren in London die Geschichte von Fabian Hambüchens Turnkarriere auf so perfekte Art und Weise ihren Höhepunkt gefunden, wie man es im wahren Leben eigentlich gar nicht erwarten würde. „Es fehlte ja noch eine“,, sagte Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen mit Blick auf die Medaille kurz darauf zutreffend. Sein Sohn Fabian sagte erstmal – und das hat er nicht oft gesagt in seiner sehr langen Karriere: „Ich bin sehr, sehr sprachlos.“

          Hambüchen musste im letzten Finale der Turn-Wettbewerbe von Rio als erster Starter ans Gerät. Der Cassina, sein schwierigstes Flugteil, das er gleich zu Beginn der Übung zeigt, gelang und genau so, wie er es vorausgesagt hatte, lief die Übung danach rund durch. Ein einziges Mal musste er die Arme ein wenig beugen, um nach einem Schwung wieder in die geforderte Handstandposition über der Stange zu kommen – und nach dem Abgang, einem gestreckten Doppelsalto mit zwei Schrauben, stand er zwar zunächst, ruderte dann aber mit den Armen und war gezwungen, einen Fuß leicht zurückzusetzen, um das Gleichgewicht zu retten.

          Eine hervorragende Wertung

          Für die insgesamt saubere Ausführung erhielt Hambüchen 8.466 Punkte – eine hervorragende Wertung, aber offenbar hielten sich die sechs Juroren auch noch Platz nach oben frei. Die Übung sei schon „grandios“ gewesen, urteilte Hambüchen später selbst und freute, sich darüber, dass das Kampfgericht „seine Linie durchgehalten habe“, die Abzüge also nicht im Verlaufe des Finals etwas lascher gehandhabt wurden, was durchaus manches Mal vorkommt.

          Das Kampfgericht hatte allerdings keine allzu schwere Aufgabe in diesem Finale. Dauerkonkurrent Epke Zonderland folgte der Auslosung der Startreihenfolge entsprechend, direkt nach Hambüchen als zweiter Turner. Der Olympiasieger von London 2012 stürzte bei seiner direkten Verbindung von Cassina- und Kovacs-Doppelsalto unglücklich mit dem Kopf voran bäuchlings auf die Weichmatte. Der Niederländer ging unter Klatschen des Publikums zurück ans Gerät, turnte sauber fertig und machte dann aus seiner großen Enttäuschung keinen Hehl. Fabian Hambüchen war einer der ersten, die den großen Rivalen aufmunternd abklatschen. „Das tut mir unglaublich leid für ihn“, sagte der Deutsche – die beiden hatten in den letzten Tagen etliche Trainingseinheiten zusammen bestritten.

          Fabian Hambüchen blieb während des ganzen Wettkampfes neben Vater Wolfgang – der ihn hier mit einer Sonderakkreditierung ein letztes Mal an die Stange heben durfte – auf einem Fleck stehen und schaute abwechselnd auf die Darbietungen der Konkurrenz und die Anzeigen der Wertungen. Nach den Schwierigkeitswerten, welche die anderen Finalisten im Vorkampf gezeigt hatten, war eigentlich klar, dass allein Danell Leyva aus den Vereinigten Staaten ihm wirklich gefährlich werden könnte. und der ging ausgerechnet als Allerletzter ans Gerät. In diesem Moment hatte Hambüchen schon Glückwünsche zu Bronze und, nachdem auch der am Fuß verletzte Kubaner Manrique Larduet hinter ihm geblieben war, für Silber entgegengenommen und wirkte, als würde er als Zuschauer viel mehr durchmachen, als in der Zeit, die er selbst an der Stange gehangen hatte. „Da gehst du durch die Hölle“, sagte er nachher über die Zeit des Wartens, aber diese Qual habe sich ja „voll gelohnt“.

          Es ist Gold! Fabian Hambüchen ist im Reckfinale der beste Turner Bilderstrecke

          Hambüchen klatschte Danell Leyva ab, dessen Übung zwar gleich schwer, aber dann doch im Detail deutlich unsauberer war als die des Deutschen. Die beiden nahmen sich so herzlich in die Arme, als ahnten sie den Endstand, noch bevor die letzte Wertung angezeigt wurde. Die Hände hinter dem Kopf verschränkt wirkte Hambüchens Blick auf die Anzeigetafel dann für einen kurzen Moment fast ungläubig Die Wertung für Leyva kam und quasi gleichzeitig kamen auch die wohlbekannten Fäuste und die immer ein wenig martialisch wirkenden Jubelschreie von Fabian Hambüchen. Der Exil-Kubaner Leyva freute sich ebenso über Silber wie der junge Nile Wilson aus Großbritannien über Bronze – es standen drei völlig glückliche Medaillengewinner auf dem Podium standen. Es sei „die Erfüllung eines Traums“, sagte Hambüchen: „Als kleines Kind, da habe ich davon immer geträumt.“

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