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Turnen : Reck-Show und Boden-Schock

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Ganz der Alte: Fabian Hambüchen. Bild: Reuters

Turner Hambüchen zeigt eine nahezu perfekte Übung am Reck. Sein Teamkollege Toba verletzt sich schwer und kämpft trotzdem weiter. Noch schlimmer erwischt es einen Franzosen.

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          Fabian Hambüchen hat mit einer bravourösen Reck-Show in Rio de Janeiro seine Chance auf eine dritte olympische Medaille gewahrt. Der frühere Weltmeister aus Wetzlar turnte seine schwierige Übung mit Ausgangswert 7,3 nahezu perfekt und verdrängte im zweiten Durchgang der Qualifikation mit 15,533 Punkten sogar den favorisierten Epke Zonderland aus den Niederlanden (15,366) auf Platz zwei des Zwischenklassements.

          Hingegen war Weltmeister Kohei Uchimura aus Japan am Samstag in Rio de Janeiro abgestürzt und hatte das Finale verpasst. Auch Andreas Bretschneider konnte seine Spitzenübung nicht durchturnen und stürzte ausgerechnet bei dem von ihm kreierten Doppelsalto mit zwei Schrauben. Sein Ziel Olympia-Finale war damit passé.

          Kreuzbandriss bei Toba

          Der deutsche Mehrkampfmeister Andreas Toba hat sich im olympischen Vorkampf am Boden eine schwere Knieverletzung zugezogen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht blieb der Hannoveraner nach einer verunglückten Landung liegen. Er musste von Helfern gestützt vom Podium geführt werden. In einer ersten Diagnose in der Arena diagnostizierte Teamarzt Hans-Peter Boschert einen Kreubandriss.

          Andreas Toba am Boden: Der deutsche Mehrkampfmeister zieht sich einen Kreuzbandriss zu
          Andreas Toba am Boden: Der deutsche Mehrkampfmeister zieht sich einen Kreuzbandriss zu : Bild: AP

          Um so überraschender war, dass der 25-Jährige am Pauschenpferd den Wettkampf fortsetzte. Humpelnd ging er an das Gerät, um der Mannschaft zu helfen, obwohl er seine Chance auf das Mehrkampf-Finale durch die Verletzung längst eingebüßt hatte. Verbissen kämpfte er am Seitpferd und absolvierte völlig geschwächt seine Übung. 14,233 Punkte und damit die höchste Wertung im deutschen Quartett an diesem Gerät waren der verdiente Lohn. Toba durfte dafür den anerkennenden Applaus der rund 8000 Zuschauer in Empfang nehmen. Am Boden erhielt er für seinen unfreiwilligen Kurzauftritt die ganz seltene Note von 1,3 Punkten.

          Dagegen haben die Bilder von der schweren Beinverletzung des französischen Turners Samir Ait Said in Rio de Janeiro für Entsetzen gesorgt. Ein Aufschrei ging durch das Publikum, als der 26 Jahre alte Europameister von 2013 im zweiten Durchgang der Qualifikation bei seinem Sprung so unglücklich auf dem linken Bein landete, dass der Unterschenkel quer stand.

          Minutenlang blieb er auf den Matten liegen und musste von Medizinern versorgt werden. Schließlich wurde Ait Said nach einer kurzen Erstversorgung auf einer Trage aus der Olympic Arena und in ein Krankenhaus gebracht. Eine erste Diagnose in der Turn-Arena ergab einen Unterschenkelbruch.

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