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Straßenradrennen : Nibali stürzt - und Avermaet holt Gold

  • -Aktualisiert am

Der Jubel des Siegers: Greg van Avermaet gewinnt das Straßenradrennen. Bild: Reuters

Das olympische Straßenradrennen wird geprägt von einem extrem schwierigen Kurs: Am Ende profitiert Greg van Avermaet von zahlreichen Stürzen und fährt als Erster über die Ziellinie.

          Einen Knalleffekt gab es schon vor dem Finale des Radrennens von Rio. In der Nähe des Ziels sprengte ein Bombenräumkommando einen herrenlosen Rucksack. Niemand wurde verletzt. Das Rennen um die Goldmedaille aber hinterließ Schmerzen, physische und vielleicht auch seelische. Auf der letzten Abfahrt, in bester Aussicht in einem Dreierteam an der Spitze, stürzten der Italiener Vincenzo Nibali und der Kolumbianer Sergio Henao. Von diesem Crash, nicht der einzige am Samstag, profitierte der Pole Rafal Majka zunächst.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Auf dem Weg zum Ziel wurde der dann von dem Belgier Greg van Avermaet und Jakob Fuglsang eingeholt, dann kam es zum Sprint. Nach sechs Stunden und zehn Minuten, nach 237 Kilometern kam es auf den letzten 500 Metern zum Duell, dem punktgenauen Finale einer Radshow auf der Strandpromenade der Copacabana: Während Majka ermattet die Füße hochnahm, konnte Fuglsang den Antritt Avermaets nicht kontern - und der Däne gratulierte dem Olympiasieger. Tour-de-France-Sieger Christopher Froome kam drei Minuten später ins Ziel.

          Und die Deutschen? Simon Geschke fuhr ein starkes Rennen. Er schloss sich gleich nach 15 Kilometern der ersten Ausreißergruppe an: Nicht abwarten, angreifen. Auch deshalb sahen die Zuschauer ein unterhaltsames olympisches Radrennen vor einer malerischen Kulisse. Es führte von der Copacabana vorbei an den brasilianischen Frühsportlern hinauf in die grüne Lunge, das kleine Mittelgebirge gleich hinter der Brandung des Atlantiks.

          Traumhafte Kulisse, schwerer Kurs: Die Straßendradfahrer beim olympischen Rennen

          Die Streckenführung forderte mehr von den Fahrern als jeder andere Olympia-Kurs. Er war so anstrengend wegen seiner 4500 Höhenmeter, so steil, dass Sprinter wie Andre Greipel erst gar nicht nach Rio aufbrachen. Andere, wie der Mitfavorit Richie Porte aus Australien wurden schon vor Nibalis Missgeschick Opfer ihrer Müdigkeit. Er stürzte auf der vorletzten Abfahrt. Das olympische Motto „Dabeisein ist alles“ traf somit auch die knallharten Profis des Geschäfts. Geschke wollte dabei sein und war es über Stock und Stein, am Meer entlang, die Serpentinen hoch über das marternde Kopfsteinpflaster bis hinein in die Schussfahrten: 150 Kilometer hielt er sich in der Frontgruppe mit fünf Kollegen, leistete Führungsarbeit. Aber als es zur Sache ging, als die Stars im Peloton attackierten, wurde auch Geschke geschluckt.

          Tony Martin war da schon zur Schonung seines Knies ausgestiegen, der Bahnfahrer Maximilian Levy hatte auch anderes im Sinn, als sich auf der Straße zu verausgaben. Emanuel Buchmann ging das Rennen defensiver an und fuhr auf Rang 14.. Die Chancen der Deutschen auf vordere Ränge sollen am Mittwoch steigen, wenn Martin im Zeitfahren antritt und Dritter werden will.

          Raus aus der Lauerstellung: Greg van Avermaet gewinnt das olympische Straßenradrennen

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