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Spring-Turnier bei Olympia : Parcours mit Guillotine

Verpasste das Einzelfinale, weil ihr Pferd vor der Dekoration – einem Sumo-Ringer – erschrak: Pénélope Leprevost Bild: EPA

Der Reiter-Weltverband hat sein Ziel erreicht: Mehr Nationen beim olympischen Turnier. Aber das neue Format der Springwettbewerbe ist für die Papiertonne.

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          Es ist anzunehmen, dass der Weltverband der Reiter das olympische Turnier in Tokio als Erfolg feiern wird. Schön, wenn so viele Fahnen wehen, obwohl das Reiten ein so von Traditionen abhängiger, komplizierter und teurer Sport ist. In allen drei Disziplinen wurde die Anzahl der Nationen im Vergleich zu Rio 2016 gesteigert, in der Dressur um vier, in der Vielseitigkeit um fünf und im Springen sogar um acht. Mag sein, dass die Schrumpfung der Mannschaften auf drei Paare, mit der dies erkauft wurde, um die Teilnehmerzahl konstant zu halten, dafür kein allzu hoher Preis war. Es bleibt festzuhalten, dass in den Teamwettbewerben der Dressur und der Vielseitigkeit die stärksten Länder trotzdem am erfolgreichsten waren: Gold für Deutschland und Großbritannien. Und auch bei der Team-Entscheidung der Springreiter wird es wohl nicht anders kommen, zumal mehr als ein halbes Dutzend Equipen zu den Medaillenkandidaten gezählt werden können.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Was der Weltverband aber aus seinem glanzvollen olympischen Abschluss, dem Springturnier gemacht hat, offensichtlich in der Absicht, auch ein paar Außenseiter ins Einzelfinale zu bringen, ist bedauerlich. Ein reiterlich, sportfachlich und menschlich einleuchtendes Format wurde mutwillig auseinandergenommen und falsch wieder zusammengesetzt. Mit der Entscheidung, am Mittwoch bereits um die Einzelmedaillen reiten zu lassen und erst am Freitag und Samstag die Mannschaftsentscheidung auszutragen, wurde die klassische Dramaturgie mutwillig ruiniert.

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