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Timanowskaja erhält Visum : In Sicherheit vor Lukaschenko

Die belarussische Sprinterin Kristina Timanowskaja mit zwei Polizisten am Sonntag im Flughafen in Tokio Bild: Reuters

Die belarussische Olympia-Sprinterin Kristina Timanowskaja erhält von der polnischen Botschaft in Tokio ein humanitäres Visum. Aufzeichnungen belasten zwei Trainer der 24-Jährigen.

          3 Min.

          Kristina Timanowskaja, die belarussische Sprinterin, die vom Nationalen Olympischen Komitee ihres Landes zur Heimreise gezwungen werden sollte und so ihr 200-Meter-Rennen im Olympiastadion von Tokio verpasst hat, kann nach Polen ausreisen. Die polnische Regierung stellte ihr am Montag ein Visum aus. Der stellvertretende Außenminister Polens, Marcin Przydacz, hatte bereits am Sonntag, während sich Timanowskaja am Tokioter Flughafen Haneda in Polizeigewahrsam begab, getwittert, Polen biete ihr ein humanitäres Visum und die Freiheit an, in Polen ihre Karriere fortzusetzen. Fernsehbilder des japanischen Senders NHK zeigten am Montag, wie Kristina Timanowskaja die polnische Botschaft in Tokio betrat. Unterdessen wurde bekannt, dass ihr Mann und ihr kleines Kind Belarus über die ukrainische Grenze verlassen haben und in Sicherheit vor etwaigen Repressalien des Regimes von Diktator Alexandr Lukaschenko sind.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.
          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Am Montagmorgen hatten die japanische Regierung und das Internationale Olympische Komitee in Tokio bestätigt, dass sich Timanowskaja in Sicherheit befinde. Regierungssprecher Katsunobu Kato hatte erklärt, dass die Sportlerin mit Hilfe relevanter Organisationen in Sicherheit sei. Man arbeite daran, ihre Intentionen und Wünsche zu bestätigen. Das IOC habe am Montagmorgen abermals Kontakt mit ihr gehabt, sagte IOC-Sprecher Mark Adams vor Journalisten. „Sie fühlt sich sicher“, sagte Adams. In der Nacht hatte IOC-Direktor James Macleod mit Timanowskaja am Flughafen gesprochen, das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sei ebenfalls eingeschaltet.

          Zu den Hintergründen des Falls machte IOC-Sprecher Adams keine näheren Angaben, auch blieb offen, wie die Athletin am Sonntag nach ihren eigenen Angaben gegen ihren Willen vom belarussischen Team aus dem olympischen Dorf zum Flughafen Haneda gebracht werden konnte, von wo sie via Istanbul nach Minsk fliegen sollte. „Wir wissen nicht, was am Sonntagabend im olympischen Dorf passiert ist“, sagte der Sprecher des Organisationskomitees, Masa Takaya auf Berichte, dass die Sportlerin gekidnappt worden sei. Nach den olympischen Regeln ist das IOC für die Sicherheit der Sportler im olympischen Dorf verantwortlich. Das belarussische Olympische Komitee hatte erklärt, es sei auf Anraten von Ärzten beschlossen worden, Timanowskaja wegen ihres „emotionalen, seelischen Zustands“ aus dem olympischen Team herauszunehmen. Das IOC hat vom belarussischen NOK eine Stellungnahme angefordert. Offen ist, ob japanische Behörden strafrechtliche Ermittlungen einleiten.

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