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Staatssekretär Stephan Mayer : „Ein guter Botschafter unseres Landes“

Staatssekretär Stephan Mayer Bild: dpa

Staatssekretär Stephan Mayer spricht im Interview über Olympia in Tokio, die Erwartungen an das deutsche Team und die Zukunft mit Blick auf die Förderung schon mit Blick auf Paris 2024.

          3 Min.

          Stephan Mayer (CSU) ist Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat (BMI). Im Interview spricht er über die Olympischen Spiele in Tokio.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Was wünschen Sie sich von der deutschen Olympiamannschaft in Tokio?

          Es ist unser Anliegen, dass alle Athletinnen und Athleten und genauso deren Betreuer, Trainer und Funktionäre gesund in ihre Heimatländer zurückkehren. Das steht angesichts der verschärften Pandemie-Situation in Japan über allem. Natürlich hoffen wir auch – und auch das gehört zum Spitzensport – dass die deutsche Olympiamannschaft und die deutsche Paralympics-Mannschaft möglichst gut abschneiden. Ich hoffe, dass sie mit möglichst vielen Medaillen, Finalteilnahmen und persönlichen Bestleistungen zurückkommen. Spitzensport – und nur für dessen Förderung ist der Bund zuständig – definiert sich durch Erfolg. Durch Erfolg bei Wettbewerben auf internationaler Ebene. Unser sportpolitisches Förderziel ist es daher, dass sich Deutschland als Sportnation erfolgreich, fair und sauber im internationalen Wettstreit präsentiert.

          Geht es um Erfolg allein?

          Ich erwarte, dass unser Team Deutschland/Team Deutschland Paralympics sowohl bei den Olympischen als auch bei den Paralympischen Spielen ein guter Botschafter unseres Landes, unserer Sportnation sein wird. Es kommt uns darauf an, dass alle Erfolge, die wir hoffentlich erzielen werden und die die Sportlerinnen und Sportler ja auch erzielen wollen, in einem fairen und manipulations- und Doping-freien Bestreben zustande kommen. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Athletinnen und Athleten diese Intention verinnerlicht haben.

          Gibt es, was die Erwartungen an die Resultate angeht, einen Corona-Rabatt?

          Die Bedingungen für die Athletinnen und Athleten waren in den verschiedenen Ländern unterschiedlich, auch, weil die Länder unterschiedlich stark von der Pandemie betroffen waren und noch immer sind. Trotzdem ist im Spitzensport und insbesondere bei Olympischen und Paralympischen Spielen für alle das Ziel, so viele Medaillen wie möglich zu erringen oder persönliche Bestleistungen zu erreichen. Wir haben auch in der Corona-Pandemie unser Bestes gegeben, was die Unterstützung der Athletinnen und Athleten angeht, haben größtmögliche Flexibilität gezeigt, was den Einsatz der Haushaltsmittel betrifft, und zum Ausgleich Corona-bedingter Mehrausgaben in diesem Jahr zehn Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt.

          Gilt noch die Forderung, durch die Spitzensportreform die Medaillen-Ausbeute um ein Drittel zu steigern?

          Die Spitzensportreform ist zwischen dem BMI, dem DOSB und den Ländern 2016 mit einer längerfristigen Perspektive begonnen worden. Man sollte ihren Erfolg daher nicht ausschließlich an Prozentzahlen festmachen. Im olympischen Sommersport erfolgt zudem die Umstellung auf eine potentialorientierte Verbandsförderung erst nach Tokio 2021. Es galt seit jeher die Maßgabe: vier bis acht Jahre bis zum Podium. Unsere starke Erwartungshaltung richtet sich also auch sehr auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Vieles, was wir begonnen haben, wie beispielsweise die Neuordnung des Stützpunktsystems in Deutschland oder die Unterstützung der Athletinnen und Athleten bei dualen Karrieren, zielen nicht darauf ab, kurzfristig zu gelingen, sondern sind längerfristig angelegt.

          Kämpfen die deutschen Athleten in Tokio um die Fördermittel, die der Bund ihren Verbänden in den kommenden Jahren zur Verfügung stellen wird?

          Die Ergebnisse von Tokio werden in das Potenzial-Analysesystem PotAs mit einfließen und damit, wie geplant, Grundlage für die Förderung im verkürzten Zyklus von 2022 bis 2024 sein.Wir haben uns allerdings darauf verständigt, dass wir Corona-bedingt die Gewichtung der Erfolge und Ergebnisse der Europa- und Weltmeisterschaften der Jahre vor Corona, also 2018 und 2019, stärker in die Bewertung einbeziehen.

          Werden Sie und Minister Seehofer zu den Spielen nach Tokio fliegen?

          Es ist das berechtigte Bestreben der japanischen Regierung und hoffentlich auch des Internationalen Olympischen Komitees, soziale Kontakte bei den Spielen zu vermeiden. Daher wird die Hausleitung des BMI weder bei den Olympischen noch bei den Paralympischen Spielen vertreten sein. Mir war es wichtig, in einem persönlichen Gespräch mit dem japanischen Botschafter in Deutschland, Herrn Yanagi, deutlich zu machen, dass dies in keiner Weise als eine Unhöflichkeit gegenüber dem japanischen Gastgeber aufgefasst wird.

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