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Wada-Ermittler McLaren : IOC verfälscht Inhalte des Doping-Berichts

  • Aktualisiert am

Richard McLaren untersuchte das Staatsdoping in Russland. Bild: AP

In seinem Bericht wies Richard McLaren Staatsdoping in Russland nach. Dennoch dürfen Sportler von dort bei Olympia starten. Nun übt der Ermittler scharfe Kritik – und wirft dem IOC eine Verfälschung der Ergebnisse vor.

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          Doping-Ermittler Richard McLaren hat dem Internationalen Olympischen Komitee eine Verfälschung der Ergebnisse seines Berichts über organisierten Sportbetrug in Russland vorgeworfen. „Die Leute haben missverstanden, was in dem Report war, besonders das IOC und die internationalen Verbände“, sagte der Kanadier der britischen Zeitung „Guardian“. Sein Bericht im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada habe nicht zum Ziel gehabt, die Dopingvergehen einzelner Athleten nachzuweisen. „Dafür hatte ich keine Zeit. Im Bericht geht es um staatlich organisiertes Doping, die Manipulation von Ergebnissen, das Vertauschen von Tests“, sagte McLaren.

          Trotz der Erkenntnisse des Wada-Reports hatte das IOC einen kompletten Ausschluss der russischen Sportler von den Sommerspielen in Rio de Janeiro verworfen. Stattdessen sollten die internationalen Fachverbände eine Einzelfall-Prüfung der nominierten russischen Athleten vornehmen. Experten des Internationalen Sportgerichtshofs Casund drei dafür berufene IOC-Mitglieder sollten dann bis zum Donnerstag endgültig über die Startfreigabe für die russischen Athleten entscheiden.

          Dieses Vorgehen kritisierte McLaren scharf. „Man sollte sich anschauen, wie die Fakten sind und auf dieser Basis eine Entscheidung treffen und es nicht in etwas verwandeln, was es nicht ist: eine Ermittlung zum Umgang mit Doping-Ergebnissen einzelner Athleten. Das war es nie“, sagte McLaren. Er bezeichnete die Debatte als „nicht ehrlich und pragmatisch“, sondern als „hysterisch und politisch“. Zudem kritisierte er, das IOC habe mit ihm nie über den Bericht gesprochen.

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