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„Respektlos“ : Kritik am Fernbleiben der deutschen Politik

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Leere Plätze sorgen für Ärger: Die deutschen Sportler ärgern sich über die Politik Bild: AP

Die deutschen Sportler fühlen sich von der Politik missachtet. Es kommt nicht gut an in Rio, dass die Führungsriege nicht bei den Olympischen Spielen in Rio präsent ist. „Unseren Athleten fällt das auf“, sagt DOSB-Vizepräsident Bischof.

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          Im deutschen Olympia-Team ist Kritik am Fernbleiben von Spitzenpolitikern aus der Heimat bei den Rio-Spielen laut geworden. „Dass keiner aus der Führungsriege den Weg nach Rio findet, worauf die Sportler vier Jahre lang als Ziel hart hingearbeitet haben, dann ist das respektlos den Sportlern gegenüber“, sagte Bob Hanning, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Handballbund (DHB), am Mittwoch.

          Aus Protest habe er seine Teilnahme an einem Empfang beim deutschen Generalkonsul am 16. August abgesagt, „um einfach auch da ein Zeichen zu setzen, dass wir damit nicht einverstanden sind“.

          Auch DOSB-Vizepräsident Ole Bischof hat von der Bundesregierung mehr Unterstützung für den deutschen Sport gefordert. „Wenn wir ins Stadion schauen und sehen zahlreiche Staatschefs und andere hohe Vertreter, dann bestätigt das sichtbar den Stellenwert des Sports in diesen Ländern“, sagte der Judo-Olympiasieger von 2008 der Deutschen Presse-Agentur in Rio de Janeiro. „Gerne hätte ich unsere Kanzlerin gesehen. Unseren Athleten fällt das auf“, sagte der Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes.

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          Bei den Amerikanern läuft es anders: Hoher Besuch durch Außenminister John Kerry : Bild: Reuters

          Zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele am Freitag war kein Mitglied der Bundesregierung angereist, insgesamt waren aber nur 18 Staats- und Regierungschefs dort. „Auf jeden Fall brauchen wir künftig mehr Unterstützung gerade auch von Seiten der Bundesregierung - nicht nur materiell, insbesondere emotional“, forderte Bischof. „Denn wir müssen leider nennenswerte Defizite in allen Bereichen feststellen, vom Schulsport bis hin zum Spitzensport auf Weltniveau.“

          Bundespräsident Joachim Gauck hatte krankheitsbedingt abgesagt, der für den Sport zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maizière verzichtete auf eine Reise nach Brasilien. „Die vielfältigen aktuellen Herausforderungen erfordern derzeit zu seinem Bedauern seine ganze Kraft und Anwesenheit im Inland“, hatte das Ministerium mitgeteilt.


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          Hanning könne verstehen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht nach Rio reise. Jedoch sehe er de Maizière oder auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in der Pflicht. Beide Ministerien sind als Arbeitgeber wichtige Förderer des Sports. „Wir haben so viele tolle Sportler, die haben so große Ziele und dafür so viele Entbehrungen in Kauf genommen, damit sie hier sind, dass auch das Anrecht da ist auf eine Wertschätzung“, sagte Hanning.

          „Mir macht das nichts aus, ich brauche niemanden von den Politikern hier, um gute Zeiten zu schwimmen“, sagte etwa Rückenschwimmer Jan-Philip Glania am Mittwoch. „Natürlich ist es schön, wenn sie hier die Wertschätzung weiterreichen, aber ich denke nicht darüber nach.“

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