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Moster und der deutsche Sport : Eiszeit in Tokio

  • -Aktualisiert am

Hat den DOSB-Wahlkampf befeuert: Alfons Hörmann Bild: dpa

Der Fall Patrick Moster reißt die Gräben im deutschen Sport weiter auf. Wer stürzt hinein? Das Warmlaufen um die Nachfolge von DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat längst begonnen.

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          Nur die Ruhe. Das ist die erste Aufgabe der deutschen Mannschaftsführung in Tokio. Und so hatte sie der Affäre Patrick Moster am Freitag nichts mehr hinzuzufügen. Es dauerte fast einen Tag, bis der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) das Rückflugticket in die Hand gedrückt bekam, nachdem er während des Einzelzeitfahrens seinem Starter Nikias Arndt zweimal vor laufenden Kameras zugerufen hatte, er solle die „Kameltreiber“ vor ihm, Teilnehmer aus Algerien und Eritrea, einholen.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Dann also doch rausgeworfen aus der deutschen Olympiamannschaft, heimgeschickt, nachdem Moster noch am Mittwoch eine gute Sozialprognose bescheinigt worden war vom Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, dem Chef der Delegation: Moster darf bleiben. Aber der Sturm der Entrüstung war zu stark. Die offensichtliche Diskriminierung von Azzedine Lagab und Amanuel Ghebreigzabhier auch im weltweiten Netz vor Augen, meldeten sich entsetzte Athleten, Verbandsfunktionäre, Politiker.

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