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Macht der IOC-Exekutive : Sportarten kippen

Der mächtige Mann der Spiele: Thomas Bach Bild: Reuters

Dem Führungszirkel des IOC ist es künftig möglich, nach bestimmten Kriterien Sportarten aus dem Programm zu kippen. Die Änderung der Regeln rief unter den Mitgliedern kaum Nachfragen hervor.

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          Zum Abschluss der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Tokio haben die Mitglieder einstimmig Änderungen der olympischen Charta zugestimmt, mit denen die Macht der Exekutive um Präsident Thomas Bach noch einmal erheblich ausgeweitet wird.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Demnach ist es dem Führungszirkel künftig möglich, Sportarten aus dem Programm zu kippen, sofern „die Entscheidungen der IOC-Exekutive nicht befolgt werden oder wenn der betreffende internationale Fachverband in einer Weise handelt, die dem Ansehen der olympischen Bewegung schadet“. Dabei kann eine Sportart durch die Exekutive zunächst suspendiert werden, eine Streichung aus dem Programm muss von der Session beschlossen werden.

          Die Änderung der Regeln in der Charta rief unter den Mitgliedern kaum Nachfragen hervor, einzig der Präsident der Internationalen Reiterlichen Vereinigung, der Belgier Ingmar de Vos, äußerte, er sei überrascht „am Sonntagmorgen“ mit derartigen Veränderungen konfrontiert zu werden.

          Auf seine Nachfrage, welcher Prozess dazu führe, dass sich die Exekutive mit der Suspendierung einer Sportart befasse, antwortete der australische Vizepräsident und Vorsitzende des Internationalen Sportschiedsgerichts CAS, John Coates, mit einem Verweis auf den Internationalen Gewichtheber-Verband IWF, der in den vergangenen Jahren nicht den Empfehlungen der IOC-Exekutive gefolgt sei. Anschließend stimmte auch de Vos für die Charta-Änderung.

          Zudem beschloss das IOC, dass es allein über Akkreditierungen für Olympische Spiele befinde. Damit reagierte die Session auf den Fall Maxim Agapitow. Der IWF-Funktionär, Präsident des Russischen Gewichtheberverbands und Interimspräsident des Europäischen Gewichtheberverbands, hatte seine Akkreditierung für Tokio erfolgreich vor dem CAS eingeklagt.

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