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IOC-Präsident Thomas Bach : Direktor ohne olympischen Geist

Im Fokus: Thomas Bach, hier 2020 Bild: dpa

„Wir fühlen uns betrogen“: Der Umgang mit Hiroshima lässt Japans Ärger über Thomas Bach, den deutschen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, weiter wachsen.

          4 Min.

          Die Berichterstattung über den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, in Japan als unfreundlich zu bezeichnen, wäre übertrieben freundlich. Seit Wochen veröffentlichen japanische Tabloids kritische Artikel über „Baron von Abzocke“. Der Name hat sich auch in den seriösen Magazinen als Spitzname für Bach eingebürgert. Arrogant und unsensibel sei er, ist zu hören und zu lesen. „Es scheint, als ob er nur nach Geld Ausschau hält, ohne olympischen Geist“, sagt die Japanerin Sekiwa Tomioka.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Wenige Tage vor Ende der Olympischen Sommerspiele erleidet Bachs Ruf in Japan noch mehr Schaden. Der Bürgermeister von Hiroshima, Kazumi Matsui, hat den IOC-Präsidenten in einem Offenen Brief gebeten, die Teilnehmer der Spiele zu bitten, am 6. August um 8:15 Uhr eine Schweigeminute einzulegen. Dann jährt sich zum 76. Mal der Abwurf der Atombombe auf Hiroshima. Dort wird am Gedenktag regelmäßig um 8:15 Uhr in einer bewegenden Zeremonie die Friedensglocke geschlagen. Manche, aber bei weitem nicht alle Japaner halten auch außerhalb Hiroshimas für das Gedenken kurz inne.

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