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29 Athleten für Tokio : Das Team der Flüchtlinge

Olympische Schwimmerin: Yusra Mardini Bild: Reuters

Sieben Flüchtlinge schafften es mit deutscher Unterstützung in die Mannschaft, darunter Schwimmerin Yusra Mardini. Bei der Eröffnungsfeier wird das Team an zweiter Stelle ins Olympiastadion einlaufen.

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          Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat sein Engagement für die Leistungssportler unter den Flüchtlingen dieser Welt deutlich ausgebaut. Für die Sommerspiele in diesem Jahr in Tokio wurden am Dienstag 29 Sportler nominiert, die den offiziellen Flüchtlingsstatus der Vereinten Nationen besitzen. Bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro hatte die Mannschaft noch zehn Sportler umfasst. Das Refugee-Team, das beim Einmarsch der Nationen als zweite Mannschaft nach Griechenland das Stadion betreten wird, wurde aus dem Topf der Olympischen Solidarität mit zwei Millionen Euro unterstützt.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Die 29 Athleten kommen aus 12 Sportarten und wurden von 13 Nationalen Olympischen Komitees aufgenommen. Unter der Obhut des Deutschen Olympischen Sportbundes trainieren sechs von ihnen. Darunter auch die Schwimmerin Yusra Mardini, die aus Syrien stammt, in Hamburg eine neue Heimat gefunden hat und schon zum zweiten Mal dem Refugee-Team angehört. In Rio gewann sie ihren Vorlauf über 100 Meter Schmetterling und belegte Platz 40. Über 100 Meter Freistil wurde sie 45.

          Heimatland aus Protest verlassen

          Unter den Nominierten ist auch die Taekwondo-Kämpferin Kimia Alisadeh, 2016 die erste olympische Medaillengewinnerin Irans. Sie hat ihr Heimatland aus Protest gegen die Unterdrückung der Frauen verlassen und trainiert nun in Aschaffenburg. Ebenfalls aus Iran stammt der Wildwasser-Kanute Saeid Fazloula, der in Karlsruhe zu Hause ist. Drei weitere in Deutschland trainierende Tokio-Starter sind aus Syrien geflüchtet: Der Schwimmer Alaa Maso (Hannover), der Boxer Wessam Salamana (Völklingen) und der Karatekämpfer Wael Shueb (Eppertshausen). Dazu kommt der ebenfalls aus Syrien stammende Ahmad Alikaj (Bergedorf), der von einem Programm des Judo-Weltverbandes profitiert.

          56 Athleten hatten vom IOC ein Stipendium erhalten. Als Auswahlkriterien nannte das IOC neben der Leistung auch den persönlichen Hintergrund und die Verteilung nach Geschlecht und Region. Die Sportler sollen auf Kosten der Olympischen Solidarität ähnlich ausgestattet sein wie Nationalmannschaften. Sie werden von 20 Trainern und 15 Funktionären nach Tokio begleitet.

          Am 12. Juli werden sie in Doha zusammentreffen und zwei Tage später zusammen nach Tokio reisen, wo sie in einer Universität untergebracht werden, bevor sie ins Athletendorf umziehen. Chef de Mission ist wie 2016 die einstige Marathon-Weltrekordlerin Tegla Louroupe aus Kenia. Bei eventuellen Siegerehrungen würde für sie die olympische Flagge aufgezogen und die olympische Hymne gespielt.

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